Leserbrief

Leserbrief Zu „Ökologisches Profil schärfen“ (FN 3. Dezember)

Stellungnahme erwartet

Dem Leserbrief von Herr Kuhnt vom 4. Dezember stimme ich in vollem Umfang zu. Das Projekt „Natur nah dran“ sehe ich als eine tolle Sache. Hier soll die biologische Vielfalt in den Kommunen gefördert werden. Dass sich Walldürn dafür bewirbt ist zweifellos positiv. Hier wird erkannt, dass die Natur einen hohen Stellenwert in unserem Leben hat.

Der totale Gegensatz hierzu ist der Flächennutzungsplan 2030. Hier ist geplant, unter anderem das Gebiet „Wasen II“ zu bebauen. Dieses Gebiet nutzen täglich mehrere hundert Walldürner als Erholungsgebiet. Die vorhandenen Streuobstwiesen sind dabei ein wichtiger Faktor, diese herrliche Natur zu genießen. Und will man dieses Juwel vernichten, einfach unvorstellbar!

Es gibt mir zu denken, dass im Flächennutzungsplan 2030 in den Unterlagen nicht auf die Streuobstwiesen hingewiesen wurde. Ebenfalls gibt mir zu denken, dass die Gemeinderäte bei der Ortsbegehung im September 18 beim Thema „Wasen“ sich in „auffallender Zurückhaltung“ übten und anschließend kommentarlos das Gebiet „Wasen“ verließen.

Ich, als Walldürner Bürger hätte erwartet, dass bei solch wichtigen Themen von den Gemeinderäten klar Stellung bezogen wird, egal ob dafür oder dagegen. Wir leben in einer Demokratie. In unserem Land kann jeder seine Meinung frei äußern, und wir alle können froh sein, dass dies so ist.

Im Jahr 2019 sind in unserem Bundesland Kommunalwahlen. Spätestens dann sollten die Walldürner Bürger wissen, wie die zu wählenden Gemeinderäte denken.

Transparenz zeigen darf nicht nur ein Schlagwort im Wahlkampf sein. Offenheit und Ehrlichkeit im Umgang mit der Bevölkerung kann man von den gewählten Vertretern erwarten. Wir alle sollten dafür kämpfen, dass Walldürn lebenswert bleibt oder wird. Auch der Beitrag zur Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlage spielt dabei eine sehr wichtige Rolle, für die es sich lohnt zu kämpfen.