Leserbrief

Leserbrief Zum Gottesdienst

Sieben Woche ohne

Der evangelische Gottesdienst aus Nassig am Sonntag, 14. Februar, wurde vom Fernsehen übertragen. Sehr erfreulich war der Gesang eines Kinderchores. Dekan Hayo Büsing begrüßte die Gemeinde in der Kirche und an den Fernsehschirmen. Frau Regionalbischöfin Susanne Breit-Kessler aus München hielt die Predigt zum Thema: Fastenzeit, 7 Wochen ohne.

Zuvor konnte es eine Sprecherin während der Liturgie nicht lassen, eine kurze Bemerkung einzufügen gegen die Thesen vom vollen Boot und vom Weltsozialamt. Das war schmerzlich für die nachdenklichen Christen, welche mit Günther Oettinger der Meinung sind, dass unsere Wohltaten Millionen Flüchtlinge auf einen Irrweg führen.

Die Frau Bischöfin hielt eine eindrucksvolle Predigt. Sie sprach so schnell, dass ich kaum ihren Gedanken folgen konnte. Konkrete Beispiele brachte sie nicht, was mit 7 Wochen ohne . . . gemeint sein könnte. Nur eine Stunde später übertrug die ARD den Gottesdienst für Misereor aus Würzburg. Da wurde es ganz konkret: Bischof Erwin Kräutler berichtete aus Brasilien. Dort wird den Armen die Lebensgrundlage entzogen durch ein Großprojekt, das Millionen Gewinn bringen soll. Bischof Kräutler hätte den Friedensnobelpreis verdient. Nun ist aber in der Fastenzeit jeder Christ gefragt, was er tun kann, worauf er verzichten kann, was das "Ohne" für ihn bedeutet.

Als evangelischer Christ lese ich im Evangelium nach Lukas 18, 12: Der Pharisäer spricht zu Jesus: Ich faste zweimal in der Woche und gebe den zehnten Teil von allem, was ich habe. Der Mann gefällt mir. Das sollten wir alle tun: Zeimal die Woche ohne Fleisch und ohne Alkohol und mindestens zehn Prozent von unserer Rente oder vom sonstigen Einkommen abgeben. Natürlich ist das keine Rechenaufgabe, aber es könnte ein Vorschlag für die Frau Bischöfin sein: 7 Wochen mal keine Eier essen und damit ein Zeichen setzen gegen die Vergasung und Verschredderung von 50 Millionen männlichen Bruteiern.