Leserbrief

Leserbrief Zu „Appetit auf flüssiges Gold“ (FN 7. Dezember)

Sehr strenge Auflagen

Sehr geehrter Herr Wolfgang Kreis, leider haben Sie auf meinen Brief nicht geantwortet. Deshalb möchte ich hier noch einiges klarstellen.

Statistisch gesehen gibt es in Deutschland in den letzten Jahren nicht weniger, sondern mehr Bienenvölker. Wir Landwirte unterstehen durch die Zulassung und Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sehr strengen Auflagen. Diese sind zum Teil strenger als der Einsatz von Arzneimitteln und anderen Mitteln, die direkt am menschlichen Körper eingesetzt werden.

Was passiert eigentlich, wenn Glyphosat für die deutsche Landwirtschaft verboten wird? Im Herbst werden keine Zwischenfrüchte mehr angesät. Dadurch kann sich kein Insekt mehr an Blüten erfreuen. Auch kleine Tiere wie Hasen, Vögel und viele mehr, finden im Winter auf Feldern keinen Mulch mehr als Unterschlupf.

Der Humus im Boden wird abgebaut. Bei Starkregen wird mehr Ackerboden abgeschwemmt. In Trockenperioden wie 2018 vertrocknen die Pflanzen noch schneller.

Ohne Glyphosat kommen weit giftigere Mittel zum Einsatz. Ganz ohne Pflanzenschutzmittel geht es auch nicht.

Zum Beispiel gibt es im ökologischen Anbau keinen Raps. Dies erfreut die Imker auch nicht. Die Deutsche Bahn darf Glyphosat dann weiterhin einsetzen. Die Rückstandsfunde im Wasser bleiben also trotzdem.

Die Rückstandsproblematik in Lebensmittel kommt vor allem durch Importware. Dies wird sich durch ein Glyphosatverbot in der EU auch nicht ändern.

Es ist zwar richtig, dass manche Insekten weniger werden. Die Ursachen liegen aber nur zu einem kleinen Teil in der Landwirtschaft. In diesem Jahr gab es aber auch Schäden durch Insekten, zum Beispiel Borkenkäfer, Buchsbaumzünsler, Wespenplage. Wie geht die Gesellschaft damit um?