Leserbrief

Leserbrief Zur Berichterstattung über die Fachtagung „Neue Wege braucht das Land“, „Klimaschutzkonzept Main-Tauber-Kreis“ und „MdB Gerig gratuliert Kanzlerin“

Reine Lippenbekenntnisse, jedoch sehr wenig politscher Wille

Ja, der Main-Tauber-Kreis hat eine bemerkenswert hohe Anzahl an Personenkraftwagen pro 1000 Kreiseinwohner…. Und wenn man das noch genauer betrachten würde, dann gehören die Bewohner des Umpfertals kreisintern wahrscheinlich zu den Spitzenreitern. Denn ohne Auto kommt man hier nicht weit, obwohl eine zweigleisige elektrifizierte Bahnstrecke zur Verfügung steht.

Da lässt der Landkreis in einem aufwändigen, teuren Verfahren ein Klimaschutzkonzept erarbeiten (von dem ich nicht weiß, ob der Stundentakt für die Bahnstrecke Osterburken – Lauda – Würzburg als vorrangiges Ziel ausgewiesen ist). Man erwartet die Mitwirkung der Kommunen und Bürger, diese sollen mitgenommen und motiviert werden….

So, wie vergangenen Freitag bei der Fachtagung „Neue Wege braucht das Land“ in Lauda. Mehrere Vertreter aus Politik und Wissenschaft stellten Zahlen und Konzepte zum öffentlichen Personennahverkehr in den Raum. An konkreten Ideen und Maßnahmen zum Stundentakt im Umpfertal gab es allerdings nur wenig Konkretes.

Wie so oft schob man sich die Schuld gegenseitig in die Schuhe. Während der Gebietsvertreter der DB die Ursache im Auftraggeber Verkehrsministerium sah (der keine diesbezüglichen Prioritäten setze), wurde von dieser Seite darauf verwiesen, man könne nichts in Auftrag geben, was die engen Gegebenheiten der Fahrpläne oder die fehlende Brücke in Züttlingen nicht hergäben.

Fühlt man sich da nicht an die Aussagen von Kommunen und Kreistag zur Ertüchtigung der Bahnsteige erinnert?

Wenn man dann am gleichen Tag noch lesen kann, dass unser Mitglied des Bundestags Alois Gerig positive Effekte sieht, weil „der ländliche Raum stärker in den Fokus der Politik rückt“, usw. usw…. Viele schöne Worte, aber kein politischer Wille zum Ausbau des Personennahverkehrs.

Sicher finden die in Aussicht gestellten 1,5 Milliarden des Bundes andere Nutznießer.

Viele Bürger warten auf politische Vertreter, die ihre Anliegen aktiv und vor allem auch durch Präsenz unterstützen und den öffentlichen Personennahverkehr unseres Ländlichen Raumes zur absoluten Chefsache machen.

Wenn es Bundesgelder für die Erstellung von Klimaschutzkonzepten, Landesmittel für die Ertüchtigung des ländlichen Raumes, Gelder der EU für den Bau einer interkulturellen Begegnungsstätte oder noch mehr Gelder für Prestigeobjekte wie Stuttgart21 oder die Schnellstrecke München-Berlin gibt, dann sollte die Wiederertüchtigung ehemals bestehender Bahnhalte eine ausgemachte Kleinigkeit sein.

Die Resolution des Kreistags mag ein kleiner Schritt in die richtige Richtung sein.