Leserbrief

Hier hat der Leser das Wort Zum Thema Hubschrauberlandeplatz am neuen Krankenhaus

Problematik nicht herunterspielen

Beim Bau des neuen Krankenhauses in Wertheim bin ich davon ausgegangen, dass der Hubschrauberlandeplatz bei der Planung immer schon fester Bestandteil war.

Jetzt zu erfahren, dass es für die Bevölkerung kein medizinischer Nachteil sei und ein Rettungswagen schneller in Würzburg ist, das ist zu einfach. So ein Projekt jetzt plötzlich als nicht mehr notwendig zu erachten, weil es Schwierigkeiten bei der Planung gibt oder wie die stellvertretende Oberbürgermeisterin Kohout in einem Satz sagt, "Es ist Zeit, die Angelegenheit wieder auf eine sachliche Ebene zu bringen und den Leuten die Angst zu nehmen", ist für mich lediglich ein Herunterspielen der Problematik.

Ein Rettungshubschraubertransport von Krankenhaus zu Krankenhaus ist zum Beispiel dann erforderlich, wenn es sich um Patienten mit Erkrankungen oder Verletzungen wie etwa Wirbelsäulenfraktur, Schädel-Hirn-Trauma, Verbrennungen usw. handelt, die in eine Spezialklinik der entsprechenden Fachrichtung schonend mit Notarzt und schnell transportiert werden müssen. Nicht immer ist es möglich, alle Patienten in die Uni-Klinik Würzburg zu verlegen, da auch dort manchmal Aufnahmestopp bestehen kann oder das Verletzungsmuster nicht für diese Klinik geeignet ist. In solchen Fällen ist eine Verlegung in eine weiter entfernte Klinik erforderlich.

Durch das Verlegen von Patienten mit Rettungswagen und Notarzt in Spezialkliniken sind die entsprechenden Fahrzeuge und das Personal für das Einsatzgebiet in Wertheim in dieser Zeit nicht mehr verfügbar. Versorgungsengpässe sind dadurch programmiert.

Man sollte ebenfalls in Erwägung ziehen, dass die Zufahrtsstraßen nach Wertheim auch vom Hochwasser betroffen sein können oder im Winter bei Glatteis und anderen äußeren Einflüssen eine Verlegung mit dem Rettungshubschrauber von Krankenhaus zu Krankenhaus ein erheblicher Vorteil ist. Ich kann nicht verstehen, dass wenn es um die Planung eines Hubschrauberlandeplatzes geht - egal ob auf dem Krankenhausdach oder auf einer ausgewiesenen Fläche, EU-Richtlinie hin oder her, was wir ja nicht ändern können, und plötzlich die Kosten höher sind als geplant - dass dann ein Verwaltungsdirektor Christopher Franken mit dem Satz "Für die Zwecke, bei denen wir einen Hubschrauber einsetzen, sind wir in der Regel mit einem Rettungswagen schneller in Würzburg" die Bevölkerung beruhigen und damit die Fehler bei der Planung herunterspielen möchte.

Der Bevölkerung ist nicht geholfen, wenn jetzt die Stadtverwaltung und die Rotkreuzklinik sich gegenseitig die Schuld an der Fehlplanung zuschieben.

Alle Verantwortlichen sollten sich nochmals an einen Tisch setzen und die Planung des Hubschrauberplatzes am neuen Krankenhaus, der absolut notwendig ist für das Wohl der Bevölkerung, erfolgreich zu Ende bringen.