Leserbrief

Leserbrief Zur Verkehrssituation in der Breslauer Straße in Bestenheid

Nach und nach zu Hauptverkehrsader?

Unbemerkt von vielen Anwohnern scheint der "Ausbau" der Bestenheider Breslauer Straße zu einer der Hauptverkehrsadern der Stadt Wertheim weiterzugehen.

Die Bitten von Anliegern an das Ordnungsamt, sich dem Thema Verkehrssicherheit für Kinder der Evangelischen Kindertagesstätte Bestenheid und älterer Besucher des Bestenheider Waldfriedhofs anzunehmen, wurden abgetan: Es gäbe keine signifikanten Geschwindigkeitsüberschreitungen in der Breslauer Straße. Es träfe auch nicht zu, dass die angebrachten Bodenschwellen durch Auffahren auf die Gehwege umfahren werden. Wohlgemerkt, die Breslauer Straße ist auf ihrer gesamten Länge eine ausgewiesene Zone 30.

Eine Tempo-30-Zone dient vorrangig der Verkehrsberuhigung. Sie kann zur Erhöhung der Verkehrssicherheit (insbesondere Schulwegsicherheit), Reduzierung von Emissionen (zum Beispiel Abgase und Lärm) oder zur Verbesserung der Wohn- und Aufenthaltsqualität eingerichtet werden.

Von alldem ist man in der Breslauer Straße schon seit geraumer Zeit sehr weit entfernt.

Im jetzt umgesetzten Stadtbuskonzept wurden neben den bestehenden Bushaltestellen "Breslauer Straße" und "Schulzentrum Bestenheid" weitere zwei Bushaltestellen mit einer Frequenz von jeweils 15! zusätzlichen Anfahrten je Haltepunkt an Werktagen installiert. Die zusätzlichen Haltestellen wurden an engen Gehwegen, an privaten Hauseinfahrten und im stark von Eltern mit Kinderwägen und Kleinkindern frequentierten Hinweg zur Kindertagesstätte eingerichtet.

In dieser sensiblen Verkehrssituation hat die Stadtverwaltung die sogenannte "Verkehrssicherungspflicht" für die neuen Haltestellen in der Breslauer Straße den privaten Grundstückseigentümern zugeschoben. Aus dem Anbringen des Haltestellenschildes (Nr. 224 StVO) resultiert unter anderem für den angrenzenden Grundstückseigentümer eine Verkehrssicherungspflicht, die sich im Winter durch eine erweiterte Streupflicht zeigt.

Dies kann unter Umständen sogar so weit gehen, dass der Anwohner bei Abwesenheit oder Verhinderung einen Räum- oder Streudienst beauftragen muss. Es stellt sich zudem die Frage: Wann wird in einem nächsten Schritt die Geschwindigkeits-beschränkung "Zone 30" in der Breslauer Straße ganz "formell" aufgehoben?

Dies betrifft dann nicht nur Grundstückseigentümer und Eltern von Kindergartenkindern sondern alle Anwohner in der Breslauer Straße.