Leserbrief

Leserbrief Zu ",CDU-Mehrheit' gegen Antrag in 2015" (FN vom Mittwoch, 14. Januar)

"Mut und Innovation? Hier nicht"

Schulentwicklung lebt von Variantenreichtum, von Innovationen, Mut und Gegensätzen. Dass der Antrag auf eine Gemeinschaftsschule im Buchener Gemeinderat nicht erfolgreich war, ist bedauerlich, zeigt doch die Martin-von-Adelsheim-Schule, dass diese Schulform erfolgreich sein kann und mit Schülerzahlen aufwartet, die man sich für manche Buchener Schule nur zu gerne wünschen würde. Bedauerlich auch deshalb, weil mit der Einführung einer Gemeinschaftsschule dort angeschlossene Grundschulen das Ganztagesmodell mit einführen können. Also eigentlich das, wofür der Gemeinderat gestimmt hat. So wurde aber eine Neustrukturierung der Bezirke beschlossen, die für die Kinder keine schlechtere Ausbildung mit sich bringt, aber so abrupt und spontan daherkommt, dass es Zweifelhaft scheint, ob hier die Forderung des Städtetages nach einer Intensivierung der Vernetzung der Kindergärten mit den Grundschulen Rechnung getragen werden kann. Von der Sinnhaftigkeit ganz zu schweigen. Wenn schon keine Gemeinschaftsschule, wie sieht es dann mit Alternativen aus? Georg Wacker hat CDU-Visionen vorgestellt und dabei das Modell der Verbundsschulen vorgestellt. Warum hat die CDU Mehrheit im Buchener Gemeinderat nicht wenigstens ein solches Modell ins Rennen geschickt? Was ist mit einem Werkrealschulzentrum in der Karl-Trunzer-Schule? Dann stünden dort genug Ressourcen zur Verfügung, die es dieser Schulart ermöglichten zu zeigen, wie erfolgreich sie arbeitet. Die damit einhergehenden Schließungen der Hauptschulen in Hainstadt und Hettingen würden dort wieder Kapazitäten für die gewünschte Ganztagesbetreuung schaffen.

Warum folgt man nicht den Empfehlungen des Städtetages nach 70 Prozent Ganztagesgrundschulen? Selbst wenn man die Zahl für den ländlichen Raum etwas tiefer ansetzen würde, so könnten drei oder vier der Buchener Grundschulen diesen Weg einschlagen. Warum beraubt man sie diesem wichtigen Instrument zur Rhythmisierung des Schultages? Ganztag bedeutet ja nicht "Verwahrung", sondern bietet Raum für Unterrichtsentwicklung. Oder ein anderer Weg: Wenn Wimpina, warum fahren dann bei-spielsweise nicht die Kinder des Eckenberges nach Hainstadt? Diese wäre eine Frage der Gerechtigkeit. Da bislang noch keine geänderten Schulwegepläne vorliegen steht zu befürchten, dass die Kinder aus Hettigenbeuern und Stürzenhardt auf ihrem "kurze Beine - kurze Wege" Schulweg sogar umsteigen müssen. Von der Regionalen Schulentwicklung sind die Grundschulen bislang ausgenommen. Doch - gleich welche Couleur eine künftige Landesregierung haben wird - es wird zu Schließungen von Grundschulen kommen (müssen). Wären hier nicht mutige Schritte des Gemeinderates angebracht gewesen? Will man wirklich abwarten wie aktuell bei den beiden Hauptschulen? Das Feld der Schulentwicklung ist sicher kein leichtes. Das, was nun beschlossen wurde ist aber nicht mehr, als der allerkleinste gemeinsame Nenner unter Berücksichtigung politischer Ideologien und ohne jegliches Konzept. Schulen werden ausgebremst, zum Umsteuern gezwungen oder zum Zusehen verdammt. Das ist nicht variantenreich, nicht innovativ und mutig schon gar nicht. Mutig an den getroffenen Entscheidungen ist allein die Tatsache, dass die Stadtverwaltung, obwohl sie die Situation der aktuellen Gefährdungspunkte der bestehenden Schulwege noch nicht signifikant verbessern konnte, nun neue Schulwege aufgemacht hat.