Leserbrief

Leserbrief Zum Ausgang der Bürgermeisterwahl (FN, 17. März)

Mit Populismus und vielen Versprechungen Stimmen gewinnen

Die Bürgermeisterwahl fand am 15. März in Lauda-Königshofen statt, wobei mich manche Vorkommnisse sehr nachdenklich machten.

Bestürzt musste ich feststellen, dass im Wahlbezirk Lauda nur 34,50 Prozent der Wahlberechtigten ihr Wahlrecht in Anspruch nahmen. Wo blieb die übergroße Mehrheit? Ausdruck der Interessenlosigkeit oder Politikverdruß?

Der Bürger hatte hier per Wahl die Möglichkeit, sich zur Zukunft zu äußern und die Entwicklung der Stadt mitzubestimmen. Warum verzichten die Nichtwähler auf diese Möglichkeit?

Vielleicht werden sich doch noch manche Bürger Ihrer Verantwortung bewusst und geben die Stimme in der Stichwahl am 29. März ab. Insbesondere ein Kandidat erfuhr am eigenen Leibe, wie,,Wahlkampf’aussehen kann.

Durch Gerüchte und Falschinformationen wurde er denunziert und hatte keinerlei echte Chancen. Dem Leserbrief von Frau Ursula Neugebauer kann ich nur zustimmen.

Wie mit Populismus und vielen Versprechungen Stimmen gewonnen werden können, zeigte ein Kandidat, der auch in der Stichwahl vertreten ist.

Er redet die Verschuldung der Stadt Lauda-Königshofen schön und untermauert es mit Zahlen aus 2018. Er nimmt aber keine Stellung zur Situation der Verschuldung zum Ende des Planungsjahres 2023; zu rechnen ist dann mit einer Verschuldung von über 43 Millionen Euro!

Die Stadt wird gezwungen sein, Projekte zu verlagern oder aufzugeben und Ausgaben zu reduzieren und sicherlich Steuern und Abgaben zu erhöhen. Ausführlich hat Hubert Segeritz dazu in seinem Leserbrief vom 16. März Stellung genommen. Leidtragender wird dann einzig und allein der Bürger sein.

Leider musste ich feststellen, dass der Wahlkampf (zu) stark durch sogenannte soziale Medien beeinflusst wird. Statt sich selbst Gedanken über die Kandidaten zu machen, nimmt mancher Wähler die Häufigkeit des Erscheinens des Kandidaten im sozialen Netzwerk zum Anlass, damit dessen Qualität und Persönlichkeit zu bewerten. Versprechungen und Schönfärberei helfen uns nicht bei der Bewältigung der Probleme, die auf uns zukommen.

Ich wünsche mir und hoffe auf mehr Mut zur Veränderung in der politischen Kultur; mehr Offenheit und Transparenz; mehr Einbeziehung der Bevölkerung in Entscheidungen und mehr Öffentlichkeit. Ein ,,weiter so“,wie in den letzten Jahren, sollte der Vergangenheit angehören.