Leserbrief

Leserbrief Zum Artikel "Das Aufwachsen wird immer schwerer" (FN 11. Dezember)

Mehr Wertschätzung für normale Familien

Die Nachricht in den FN vor einigen Tagen, dass etwa ein Drittel der 12- bis 18-jährigen Jugendlichen seelisch krank ist und die Information, dass immer mehr Kinder Erziehungshilfen benötigen, entsetzen mich.

Wir haben das große Glück, seit fast 70 Jahren in Frieden zu leben und wir haben uns in dieser Zeit einen Wohlstand geschaffen, um den wir auf der ganzen Welt beneidet werden. Beides haben wir einer besonnenen Nachkriegsgeneration zu verdanken, die Arbeit und Mühen nicht gescheut hat. Eigenschaften dieser Generation, wie Fleiß, Disziplin, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Verantwortungsbewusstsein und Respekt gepaart mit Willensstärke, Ehrgeiz aber auch Bescheidenheit haben uns zu dem gemacht, was wir heute sind. Und die Familie war der Ort, an dem alle zur Ruhe kamen, Geborgenheit gegeben, Liebe und Vertrauen gelebt wurden. Unter genau diesen Bedingungen bin ich groß und zu einer in sich ruhenden, selbstbewussten Frau geworden. Unsere intakte Familie hat mir die Kraft gegeben, die jedes Kind braucht, um später ein selbständiges und zufriedenes Leben führen zu können.

Diese intakten Familienstrukturen werden heute in zunehmendem Maße zerstört und führen zu den oben genannten Problemen. Materielle Werte sind längst wichtiger geworden als ideelle, was dazu führt, dass immer mehr Frauen einer Berufstätigkeit nachgehen, um ihren eigenen und den Ansprüchen der Kinder und Partner gerecht werden zu können. Die Folgen der Überforderung, die eine angebliche Vereinbarkeit von Beruf und Familie mit sich bringt, sind offensichtlich: Ehe und Kinder, also die klassische Familie, die sich übrigens nach wie vor über 90 Prozent aller jungen Menschen wünschen, bleiben auf der Strecke. Dazu kommt die seelische Verwirrung, die die neue Gender-Mainstreaming-Kultur für die Kinder mit sich bringt. Die Leugnung des biologischen Geschlechtes der Menschen und die Vermittlung sexueller Vielfalt als Inhalte des neuen Lehrplanes in Baden-Württemberg desorientierten und entwurzeln unsere nachwachsenden Generationen. Es gibt nur eine Lösung: die normale Familie muss wieder die Wertschätzung erfahren, die sie über Jahrtausende innehatte und sie muss eine wesentlich stärkere finanzielle Unterstützung erhalten, als es momentan der Fall ist, so dass es einem Familienmitglied, ob Vater oder Mutter, möglich ist, ihren Kindern wieder die Zeit und den Halt zu geben, den sie beim Aufwachsen benötigen.