Leserbrief

Leserbrief Auf der Suche nach dem Verbindungsweg zwischen Albert-Schweitzer-Straße und Edelberg

Man muss nach unten gehen, um nach oben zu kommen

Ich habe es (oder besser gesagt ihn) gefunden! Den über die Albert-Schweitzer-Straße leicht zu erreichenden Zugang zum Tauberbischofsheimer Edelberg – so zumindest die zahlreichen Hinweise und Notizen, auch immer wieder in Ihrer Zeitung.

Nach jenem Zugang hatte ich schon während meiner Fahrradtouren auf der alten Straße nach Großrinderfeld immer wieder erfolglos Ausschau gehalten. Die Nachfrage in der Tourist-Information ergab den Hinweis „in der Nähe des Krankenhauses, da muss man sich aber auskennen“.

Nun ja, ich lebe hier seit 32 Jahren. Natürlich kenne ich das Hinweisschild zum Weinlehrpfad an der L 578 zwischen Tauberbischofsheim und Großrinderfeld. Aber mangels Parkplätzen dort wollte ich diesen Weg weder mit dem Auto zurücklegen, was sich ja auch aus Klimaschutzgründen nicht unbedingt anbietet, noch an der vielbefahrenen Straße zu Fuß gehen. Letzteres tat ich dann aber doch – natürlich über die Albert-Schweitzer-Straße. Bestimmt hatte ich bei meinen Fahrradfahrten die entsprechenden Hinweise einfach nur übersehen. Aber auch als Fußgängerin gab es dergleichen nicht zu entdecken.

Deshalb fragte ich oben am Ende der Straße eine Anwohnerin nach dem gesuchten Weg. Sie meinte, ich müsse noch ziemlich lange in Richtung Großrinderfeld gehen, dann gäbe es eine entsprechende Beschilderung.

Skepsis bei mir. Aber es war ein herrlich sonniger Tag, fast zu warm, und so spazierte ich wacker vor mich hin, viel zu wenig auf Fauna und Flora achtend, sondern immer darauf bedacht, irgendwelche Hinweise auf mein Weinbergs-Ziel zu sehen. Was schließlich auftauchte, waren die ersten Hallen des Industrieparks A81.

Der leichte Ärger über die fehlende Beschilderung machte schließlich meinem gesunden Menschenverstand Platz. Es war klar, dass der Edelberg bereits hinter mir liegen musste. Beherzt nahm ich den nächsten Feldweg nach unten zur L 578.

Das Pferd wollte wohl doch von hinten aufgezäumt werden!

Also ging ich, was ich unbedingt hatte vermeiden wollen, bei starkem Sonntagnachmittagsverkehr mit offenbar rasend gewordenen Autofahrern eine ganze Weile auf der L 578 bis zum mir bekannten braunen Weinlehrpfad-Schild.

Irgendwann hatte ich es geschafft und stand vor der ersten Infotafel. Auch eine der neuen Relaxliegen, von denen in ihrer Zeitung ebenfalls zu lesen war, entdeckte ich bald. So stimmte es mich fast versöhnlich, Panorama und Ruhe endlich genießen zu können.

Das Spannendste lag aber noch vor mir. Auf welchem Pfad würde ich später zum Wohngebiet Brenner zurückgelangen und wo – das war die Preisfrage – würde mich der Weg letztendlich „ausspucken“? Auch die Lösung dieses Rätsels gestaltete sich nicht ganz einfach. Keinerlei Hinweise weit und breit! Wieder Versuch und Irrtum.

Am Ende erneut das Verlassen auf sich selbst und den eigenen Orientierungssinn. Irgendwann schloss sich dann tatsächlich der Kreis.

Wenn Sie nicht wie ich viele Stunden unterwegs sein möchten, erreichen Sie den Weinlehrpfad Edelberg ganz einfach über die Albert-Schweitzer-Straße, indem sie immer geradeaus hochgehen und hinter dem Ortsende-Schild den ersten Feldweg nach rechts unten nehmen. Sehr schnell werden Sie vor einem kleineren Steinhaufen stehen, der ihnen nur eine einzige Option zum Weitergehen lässt. Nach oben! Nur zu! Bald sind Sie da!

Zur Lektüre empfohlen: Stadt Tauberbischofsheim, Tourismusverband, Becksteiner Winzer eG.