Leserbrief

Leserbrief Zum Artikel „Steigende Milchpreise verbessern Ergebnis“ (FN 30. August)

Laufende Kosten kaum zu decken

Es ist sicherlich erfreulich, dass die Milchpreise gestiegen sind. Bei genauerem Recherchieren stellt man aber fest, dass die Situation in der Landwirtschaft zurzeit eher so ist, wie in den FN vom 10. August auf Seite 25 berichtet wird: Unter dem Titel „Sorgenfalten vertiefen sich zusehends“ wird beim Besuch von Landwirtschaftsminister Peter Hauk auf einem Betrieb in Walldürn gezeigt, dass Milchviehbetriebe aktuell an ihre finanziellen Grenzen kommen. Beim Titel „Steigende Milchpreise...“ wurde nicht erwähnt, dass es sich um alte Zahlen handelt. Diese sind vor Juni 2018. Seither leiden auch die Milchviehbetriebe unter der Dürre. Oft muss Futter zugekauft werden. Gleichzeitig sinken die Milchpreise wieder. Es gibt bei den Agrarprodukten immer wieder Preisanstiege und ebenso oft auch wieder Preisrückgänge. Ihr erwähntes Unternehmensergebnis ist sicher eine stolze Summe und betrifft ganz Deutschland im Durchschnitt. Im eher kleinstrukturierten Neckar-Odenwald-Kreis sind solche Ergebnisse nur sehr schwer zu erwirtschaften. Aber wie der Name schon sagt, betrifft dies das Ergebnis des gesamten Betriebes und nicht des Betriebsleiters. In einem landwirtschaftlichen Betrieb arbeitet in der Regel die ganze Familie, zum Teil mit drei Generationen. Auch Investitionen und Steuern müssen vom Betriebsgewinn bezahlt werden. Unter den aktuellen Bedingungen kann ein Milchviehbetrieb nur sehr schwer die laufenden Kosten decken.