Leserbrief

Leserbrief Zu „Fahrbahnbreite beibehalten“ (FN, 29. Juli)

Lärm nicht beachtet

Ich war am Montag in der Gemeinderatssitzung, um mir die Planung zur Sanierung der Becksteiner Straße anzuhören. Das Konzept mit verbreiterten Fußgängerwegen finde ich eigentlich gut gelungen, nimmt es den Autos doch endlich ein wenig vom Raum weg und gibt es den schwächsten Verkehrsteilnehmern zurück.

Wirklich schockiert hat mich aber die Reaktion unserer Gemeinderäte, die diese Planung durchweg kritisierten. „Man kann doch dem Verkehr keinen Platz wegnehmen – weder dem fließenden noch dem ruhenden“, so die durchgängige Meinung.

Nur der Stadtrat Jochen Groß zeigte sich nicht so negativ, schützen breitere Fußwege doch seine Schüler.

Ich hätte mich gefreut, wenn die Reaktion anders ausgefallen wäre. Schützen doch breitere Fußwege gerade die schwächeren Verkehrsteilnehmer – 1400 Schüler des Gymnasiums, der Realschule, der sonderpädagogischen Schule und der Grundschule Süd.

Dazu kommen noch eine größere Anzahl an Kindergartenkinder der Kindergärten St. Marien und des evangelischen Kindergartens „Unterm Regenbogen“. Um dem Verkehrsfluss Herr zu werden, hätten sich unsere Gemeinderäte über das Planungskonzept des Bauamtes auch freuen können und als weitere Maßnahme zur Verkehrssicherheit durchgängig eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 km/h fordern können – bei der Größe von Lauda wäre die Zeiteinbuße bestimmt zu verschmerzen.

Bei Tempo 30 wären auch die Radfahrer in der Straße deutlich besser geschützt als heute. Wieso sind eigentlich in Stuttgart flächendeckend Tempo 40, in Berlin auf vielen Hauptverkehrsstraßen sogar Tempo 30 möglich, nur in unserem beschaulichen Wohnort darf auf vielen Straßen immer noch Tempo 50 gefahren werden?

Völlig außer Acht lässt das Sanierungskonzept aber die Lärmbelastung der Anwohner durch den recht schnell fahrenden Verkehr in dieser Hauptzufahrtsstraße von Lauda – wer glaubt das sei zu vernachlässigen ist gerne, gerade jetzt im Sommer, zu mir nach Hause eingeladen um sich dieser Dauerbeschallung einmal auszusetzen.

Daher meine Forderung zum Sanierungsplanung: Maximale Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer bei gleichzeitigen Lämschutz der Anwohner.