Leserbrief

Leserbrief Zur Änderung der Schulbezirke in Buchen

"Kurze Beine, lange Wege"

Eine doch noch recht überstürzte Entscheidung wurde in der letzten Gemeinderatssitzung über die Bezirksänderung der Schulen gefällt. Bei dieser Entscheidung, dass die Kinder aus Stürzenhardt und Hettigenbeuern nach Hainstadt in die Schule gehen müssen, wurde nicht mal berücksichtigt, dass zum jetzigen Zeitpunkt noch keine zuverlässige und für die Kinder sichere Busverbindung nach Hainstadt besteht.

Kleinen Kindern, die noch nicht mal lesen können, soll zugemutet werden, am Bahnhof in Buchen in einen anderen Bus umzusteigen. Hier muss ich mich schon fragen, wer denn da die Verantwortung übernimmt, wenn einem Kind was passiert. Dass mal ein Bus zu spät oder überhaupt nicht kommt, das ist in Stürzenhardt und Hettigenbeuern doch schon sehr bekannt.

Was soll ein Erstklässler in dieser Situation ohne Aufsichtsperson machen? Mal ganz davon abgesehen, dass doch hier die Kinder, die sowieso schon eine lange Busfahrt an die Schule haben, nun noch eine längere Fahrt bekommen. Hier heißt es dann: "Kurze Beine, lange Wege".

Auch weiß ich nicht, wieso es Bürgerumfragen gibt, in denen schon festgestellt wird, dass sich die Bürger aus den Ortsteilen benachteiligt fühlen - unter anderem was die Busverbindungen angeht. Wieso müssen dann gerade diese wieder so eine Benachteiligung erfahren? Da muss ich mich dann schon fragen, was so eine Umfrage überhaupt bringen soll. Vielleicht die Verbesserung im Stadtkern.

Wieso werden nicht Teile von Buchen, welche sowieso näher an Hainstadt liegen, bei der Bezirksänderung berücksichtigt? So eine Entscheidung kann nur von Stadträten gefällt werden, die im Stadtkern wohnen oder keine Kinder mehr im Grundschulalter haben. Man kann hier nur hoffen, dass die Stadt die Mehrkosten der Busverbindungen trägt und hier eine sichere und vernünftige Lösung gefunden wird. Der zeitlich lange Schulweg wird wohl trotzdem bleiben.

Der gesamte Elternbeirat wünscht sich eine Gemeinschaftsschule. Wieso wird da nur der Gesamtelternbeirat berücksichtigt? Sollte man da nicht mal vor allem an die jetzigen Kindergartenkinder denken, diese sind ja davon besonders betroffen. Hierzu wurden keine Eltern von Kindergartenkindern befragt.

Genauso wie bei der Umfrage zu der Ganztagsschule, wurden auch hauptsächlich nur die Eltern befragt, die angehende Schulkinder haben. Eltern, die noch kleinere Kindergartenkinder haben, wurden nicht befragt. Gilt das denn nur für die angehenden Schulkinder? Die nachfolgenden Jahrgänge werden nicht berücksichtigt.

Diese Entscheidung über die Schulentwicklung und die beschlossene Bezirksänderung ist für viele Eltern nicht zufriedenstellend.