Leserbrief

Leserbrief Zum Bericht „A-Junioren der JSG Lauda/Grünsfeld“ steigen auf“ (FN 8. Juni, Seite 28)

Jugendarbeit wird so in ein unsägliches Licht gerückt

Die Saison 2018/2019 in den regionalen Amateur- und Jugendklassen ist weitestgehend Geschichte. Das eine oder andere Entscheidungsspiel wird noch für Spannung sorgen - quasi als Nachschlag zu einer packenden Spielzeit.

Seit einigen Jahren ist es guter Brauch, dass in den FN die Sieger in den einzelnen Spielklassen von der Kreisklasse C bis zur Kreisliga in der „Galerie der Meister“ auf einer Sonderseite präsentiert werden. Das ist eine hervorragende Plattform, um die erfolgreichen Fußballamateure, die sich nicht nur bei schönem Wetter ein ganzes Jahr hindurch ins Zeug legen, einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Freude pur strahlt da zu Recht aus den Gesichtern der Klassenbesten, die sich teilweise schon im Vorfeld in freudiger Erwartung des letzten Spieltags ein Transparent haben drucken lassen, auf dem unmissverständlich zu lesen ist, wer sich als Meister feiern lässt.

Dass diese Galerie auch für die Pokalfinalisten oder Pokalsieger der Junioren-Mannschaften im Fußballkreis TBB mit den entsprechenden Berichten über den Verlauf der Endspiele veröffentlicht wird, ist bestimmt auch für die Jugendlichen Ansporn genug, ihr Bestes zu geben. Voller Stolz blickten auch die Kreismeister der D-, B- und A-Junioren in den Sucher der Kamera, um dann auf einer eigenen Sonderseite präsentiert zu werden.

Während sich die Seniorenmannschaften, nicht nur aus dem Fußballkreis Tauberbischofsheim, sondern auch der Landesligameister VfR Gommersdorf, diszipliniert sportlich zum Meisterfoto aufgestellt haben, die Kreispokalsieger der Jugendmannschaften hier in keinster Weise nachstehen und auch die Kreismeister der D-, B- und A-Jugend aus den unteren Klassen offenbar wissen, welche Erwartung die Leser an den Fußballsport haben, fällt das Foto des A-Junioren Meisters der Landesliga Odenwald und Aufsteigers in die Verbandsliga, JSG Lauda/Grünsfeld, deutlich aus dem Rahmen. Ein halbvolles 3-Liter Bierglas als „Leuchtturm“ auf dem „Meisterfoto“ das im Hintergrund am Boden liegende Bierflaschen ziert, während ein Spieler im Vordergrund eine Bierflasche in die Kamera hält. Ein Jugendlicher im hinteren Bildbereich übt offenbar schon für höhere Aufgaben, in dem er einem Mannschaftskammeraden ein Bier über dem Kopf ausleert. Sieht so vorbildliche Jugendarbeit aus? Wenn die verantwortlichen Trainer und Betreuer derartiges Verhalten nicht unterbinden können (oder wollen?), so sollten Sie doch wenigstens darum bemüht sein, dass der Fotograf erst den Auslöser betätigt, wenn das Motiv passt und der Fußballsport - und insbesondere die Jugendarbeit - nicht in ein unsägliches Licht gerückt wird.

Kritische Eltern werden es sich bestimmt in Anbetracht derartiger Bilder zweimal überlegen, ob der Fußballsport für ihre Kinder die richtige Freizeitbetätigung darstellt.