Leserbrief

Leserbrief Zur Gestaltung des Marktplatzes in Tauberbischofsheim

Guter Ort der Begegnung

Seit langem beziehe ich die Fränkischen Nachrichten als e-paper und kann so am Geschehen in meinem Geburtsort teilnehmen. In den Herbstferien konnte ich den neu gestalteten Marktplatz bewundern. Da ist ja ein guter Ort zur Begegnung und Belebung der Innenstadt entstanden.

Gerade habe ich im sonntäglichen "Presseclub" in der ARD von der Abwanderung aus ländlichen Gemeinden gehört, die die Empfehlung bekommen haben, Anreize zu schaffen.

Nun hier ein paar Vorschläge zur Güte:

Am verbliebenen Kreuz vor dem Rathaus könnte man mit wenig Aufwand einen "west-östlichen Diwan" á la Goethe errichten. Ich denke an Stehtische, eine Art Baldachin (orientalisch oder fronleichnam-mäßig angehaucht) oder eine Bretterbude (wie auf Weihnachtsmärkten).

Wie wäre es mit einer Art Tauberbischofsheim-Monopoly auf der Marktplatzfläche? Man könnte neue Spielregeln ersinnen, dass nicht wenige Menschen stundenlang spielen, sondern dass die Fläche schneller freigegeben wird. Man könnte den Ortsplan, die Romantische Straße oder Geschichtliches (politisch, künstlerisch, religiös) thematisieren . . .

"Bischeme", "Büschi" war schon immer eine Verwaltungs- und Schulstadt. Es gibt hier immer noch einen Reichtum an Schülern. Wie wäre es mit einer"Speaker's Corner" á la Londoner Hyde Park? Man hört immer wieder Klagen darüber, dass die jungen Leute nach unten blickend Texte in ihre Handys tippen, dass dabei die Kommunikation leidet, weil man nicht in ganzen Sätzen spricht.

Gebt den jungen Leuten Gesichter zum Hineinschauen und lasst sie reden, lasst sie ihr Grundrecht der freien Meinungsäußerung ausüben. Ich könnte mir vorstellen, dass etliche Deutsch- und Sozialkundelehrer vor allem das organisieren könnten. Lautsprecher vom Rathaus aus gesteuert, ein Rednerpult, eventuell Fingerfond für die Zuhörer!?

Die Bänke, die den Marktplatz umrahmen, sind schön. Wie wäre es mit mehr Gestaltung, so dass die Leute sozusagen in Nischen sitzen können? Das lieben unsere Schüler in Günzburg.

Überhaupt: Das Thema Europa würde sich auch anbieten - für die Gestaltung der Bänke, für Veranstaltungen. Tauberbischjofsheim hat ja eine französische Partnerstadt. Das könnte man erweitern. Klar, Tauberbischofsheim will sich neu aufstellen. Über 1200 Jahre alt sein würde vielleicht dazu verführen, zu sehr an einen geschichtlichen Aspekt zu denken. Besser wäre es die erste Stadt zu werden, die sich europäisch darstellt.