Leserbrief

Leserbrief Zu „Weiterer Treiber des Strukturwandels“ (FN, 7. 7.)

„Gute Lebensmittel kosten mehr“

Im Artikel des Bauernverbandes vom 7. Juli wird beklagt, dass die vom Bundesrat beschlossenen Regelungen für die Haltung von Sauen zu großen Problemen für die Schweinezüchter der Region führen würden. Das kann durchaus sein, aber mein Mitgefühl mit den Ferkelproduzenten hält sich in Grenzen: Die Kritik an den engen Kastenständen für die Sauen ist nicht neu, sie wurden bereits 1977 in der Schweiz verboten (maximal noch zehn Tage), 1988 in Schweden, inzwischen auch in Österreich. Wer also bei uns vor zwei Jahren einen neuen Stall hat planen und bauen lassen, musste damit rechnen, in Zukunft mehr Platz für die Sauen zu brauchen oder die Zahl der Tiere verringern zu müssen – höhere Kosten beziehungsweise weniger Gewinn.

Das Bild eines „glücklichen“ Schweins im Zentrum des Artikels zeigt nicht die tatsächliche Lage einer Zuchtsau, die im herkömmlichen Kastenstand noch nicht einmal die Beine seitlich ausstrecken kann.

Was in der „Fleischfabrik“ bei Tönnies endet, beginnt bereits bei der „Produktion“ der Ferkel: viel Umsatz pro Fläche, weil nur „billig“ zählt.

Gute Lebensmittel kosten natürlich mehr, dass man auch damit erfolgreich sein kann, zeigen die auch in unserer Region vorhandenen Betriebe, die nach den Vorschriften des ökologischen Landbaus wirtschaften.