Leserbrief

Leserbrief Zum Halbzeit-Interview von OB Udo Glatthaar (FN/TZ vom 20. Mai)

"Genau! Zur Analyse gehören immer beide Seiten!"

Wie es der Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Bad Mergentheim Udo Glatthaar treffend formuliert hat, gehört es unbedingt dazu, zur Analyse strittiger Themen beide Seiten anzuhören. Hier gemünzt auf das kritische Thema "Solymar", trifft es aber auf alle politischen Entscheidungen gleichermaßen zu.

Vielleicht ist es dieser Einstellung zu verdanken, dass in Bad Mergentheim die Umsetzung der Energiewende mit der Windkraft noch nicht gegen den Willen betroffener Bürger kompromisslos durchgesetzt wurde. Ein weiteres Zitat in die gleiche Richtung ist: "Wer die Gegenwart verstehen will, muss die Vergangenheit anschauen!" Von Politikern aller Parteien gerne verwendet, verbindet man damit doch einen Hauch von "Belesenheit". Bei der realen Anwendung versagt vielen Verantwortungsträgern dann aber der Mut. Dabei wäre es so einfach. Die "Klimageschichte Mitteleuropas", 1200 Jahre Wetter und Katastrophen erfährt man aus dem Klimarückblick von Prof. Glaser der Uni Freiburg. So waren zum Beispiel zwischen 1173 und 1178 die Winter durchschnittlich (S. 74). 1179 wurde der Winter besonders streng. Danach nahmen die milden Winter zu. Diese Phase dauerte zwei Jahrzehnte. Zwischen 1181 und 1190 war die wärmste Winterdekade überhaupt. Februar 1182 trugen die Bäume bereits Früchte. 1187 herrschten im Januar und Februar sommerliche Verhältnisse. Danach folgte bis 1230 wieder eine Phase mit überwiegend kalten Wintern. Ein Jahrhundertwinter war 1210 mit strenger Kälte über zwei Monate, wobei ein großer Teil der Winterfrüchte und Reben erfror. Solche Wechsel von kalten und wärmeren Phasen hat Mitteleuropa seit Jahrtausenden erlebt.

Beim neuen Klimawandel hört man in den Medien allerdings überwiegend nur die eine Seite, die der Klimamodellierer, die ständig vor der Gefahr des CO2 warnt. Der wissenschaftliche Beweis dafür fehlt aber bis heute. Bei Anfragen schweigen diese Wissenschaftler. Jeder, der sich diese Witterungsphase vor 800 Jahren vor Augen führt, kann beurteilen: "Früchte auf den Bäumen im Februar und erfrorene Reben im Winter gab es die vergangenen 25 Jahre nicht!" Die Phase nach 1990, die uns als besorgniserregend verkauft wird, ist in der Klimageschichte Mitteleuropas der Normalfall!

Der Diplom-Meteorologe Dr. Thüne hat vor wenigen Tagen in Walldürn das aktuelle Wissen zum Klimawandel erläutert. Von den Verantwortungsträgern des Landkreises war niemand da, um sich, wie nach dem Zitat von OB Udo Glatthaar, zur Analyse des Sachverhaltes die andere Seite anzuhören.

Klimawissenschaftler haben aus gemessenen und korrekt analysierten Daten die veränderliche Strahlungskraft der Sonne als Ursache des Klimawandels herausgefunden. Erinnert sei an Frostschäden mit massiven Ertragseinbußen im fränkischen Weinbau der Jahre 1979 bis 1981 und 1985. Damals wie heute war die Sonne in einer Schwächephase. Die aktuellen kalten Herbstwinde im Mai und massive Schneefälle in den Alpen zeigen an, dass man sich mit der bereits begonnenen solaren Abkühlung auf kältere Zeiten einstellen muss.

Die Klimamodelle auf Basis des CO2 haben versagt. Die ganze Mühe, der ganze Frust in der Bevölkerung, die ganzen Umweltzerstörungen für einen vermeintlichen Klimaschutz werden umsonst sein. Wer die Kenntnisse der "anderen" Seite ignoriert hat, wird sich auf kritische Fragen vorbereiten müssen. Das tourismusgeprägte Bad Mergentheim tut gut daran, die Energiewende stark zu überdenken und an oberster Stelle und mit der Analyse beider Seiten zu hinterfragen!