Leserbrief

Leserbrief Zu "Drei Zelte für rund 200 Flüchtlinge" (FN, 6. Oktober)

"Gemeinsam Stärke zeigen"

In der Sitzung des Gemeinderats am Montag kam eine Neuigkeit ans Licht, die sich niemand gewünscht hat, die allerdings schon fast zu erwarten war: Auch Buchen wird bald Flüchtlinge in Zelten unterbringen, rund 200 an der Zahl.

Dies mag zunächst einmal erschrecken, da die schiere Masse natürlich enorm scheint, zumal jeder Geschichten und Artikel über Dinge kennt, die im Umfeld von Asylbewerberunterkünften schieflaufen. Fehlverhalten von Flüchtlingen ist oft auf Frust zurückzuführen. Frust auf Unverständnis, Frust auf die aktuelle Lage, Frust auf die neue Kultur und Sprache, die noch nicht verstanden wird.

Buchen steht vor der Herausforderung, durch Initiative, Kraft und Arbeit des Kreises, der Vereine, der Hilfsorganisationen, der Kirchen und nicht zuletzt der Bürger selbst, dafür zu sorgen, dass die hier Ankommenden nicht in diesen Frust verfallen. Unsere Stadt und ihre Bräuche sowie ihre Einwohner müssen den neuen Mitbürgern dargestellt werden, wie sie sind: offen, lebendig und nicht alltäglich. Die deutsche Sprache sowie unsere Kultur erlernen sich nicht von selbst und nicht von heute auf morgen. Dieser Prozess wird mit viel Kraft und Aufwand von beiden Seiten verbunden sein, und doch ist möglich, was dieser Tage heiß diskutiert wird: die Integration von Schutzsuchenden hier mitten unter uns.

Bleiben wir stark, präsentieren wir Buchen als weltoffene und tolerante Stadt und packen wir an, wo es geht! Nehmen wir den Menschen, der bei uns Schutz sucht wahr und nicht nur eine bloße Nummer im System! Empfinden wir unsere neuen Mitbürger als Chance und nicht als Last! Nur so lässt sich kommunal das erreichen, was die Bundesebene dieser Tage nicht mehr schafft: die erfolgreiche Bewältigung der Flüchtlingskrise.