Leserbrief

Leserbrief Zu "Entscheidung nicht nach Gefühlen . . ." (FN 26. Juli)

Gemeinde einen Bärendienst erwiesen

Warum die geplante Windkraftanlage nicht gebaut werden soll ! Diese Zeilen schreibe ich als Bürger der Gemeinde Großrinderfeld aber auch als Ehrenvorsitzender des Heimat- und Kulturvereins der Gesamtgemeinde.

Als Privatmann setze ich mich für das Wohl und die Gesundheit meiner Kinder und Enkel ein, und als Teil eines überörtlichen Vereins liegt mir dessen Zukunft, die durch die Sache mit dem Windrad gefährdet ist, am Herzen.

Wenn ich bei meinen Enkelinnen im Baugebiet "Alte Hohle" aus dem Fenster schaue dann "erfreuen" mich bereits drei Windräder die westlich vom Grundstück rund 1300 bis 1900 Meter entfernt in voller Pracht zu sehen sind. Nun soll, nur 1000 Meter von dieser Wohnsiedlung entfernt, ein Monster-Windrad von über 200 Metern Gesamthöhe errichtet werden.

Das muss - aus allseits bekannten Gründen - unbedingt verhindert werden. Beim Heimat- und Kulturverein (HKV) der Gesamtgemeinde Großrinderfeld war ich vor 14 Jahren Mitbegründer und zwölf Jahre lang Vorsitzender desselben. Von ursprünglich 15 Mitgliedern ist der HKV auf das Zehnfache angewachsen und zu einem festen Bestandteil des öffentlichen Lebens in der ganzen Gemeinde geworden. Wir haben mit unserer vielfältigen Vereinsarbeit wesentlich zur Integration der Ortschaften und zum Zusammenwachsen der Gemeinde beigetragen. Dabei sind ortsteilübergreifend viele dauerhafte Freundschaften entstanden.

Das alles steht jetzt auf dem Spiel wegen dem geplanten Bau eines Windrades.

Durch das Verhalten der Bürgermeisterin bei den Gemeinderatssitzungen am 30. Mai und am 24. Juli entstand bei den Zuhörern der Eindruck, dass Frau Schmidt "auf Biegen und Brechen" die Interessen des Investors und nicht die Ihrer Bürger vertritt! Als der Gemeinderat den Beschluss zur Aufhebung des Bebauungsplanes fasste, konnte man erkennen, dass das Gremium vorher einseitig und falsch informiert worden war. Die Bürgermeisterin wollte die Bürger scheinbar, quasi über Nacht, vor vollendete Tatsachen stellen. Damit hat sie "Ihrer Gemeinde" einen Bärendienst erwiesen!

Nun hat die Bürgerinitiative mit einer weiteren sehr erfolgreichen Unterschriftenaktion die Durchführung eines Bürgerbegehrens beantragt.

Dies alles führt mit Einschränkungen zu einer Spaltung unseres Vereins und auch der Bürgerschaft innerhalb der Gemeinde nämlich in einerseits die von dem Riesenwindrad bedrohten Einwohner des Ortes Großrinderfeld - und andererseits die Bewohner von Gerchsheim, Schönfeld und Ilmspan die unmittelbar (noch) keinen Schaden erleiden!

Frau Bürgermeisterin, soweit hätte es nicht kommen müssen wenn Sie, entsprechend Ihrem Amtseid, sich ausschließlich für das Wohl Ihrer Bürger einsetzen würden.

Nun aber drängen sich mir, als engagiertem Bürger, ein paar Fragen auf:

Kann es sein, dass Sie unter Druck gesetzt werden - möglicherweise von "Hintermännern" des Investors?

Droht Ihnen möglicherweise bei "unbotmäßigen Verhalten" gegenüber höheren Dienststellen oder fehlender "Parteiräson" ein "Karriereknick"?

Kann es sein, dass der "Investor" sein Domizil in Tauberbischofsheim hat und Sie ihn doch näher kennen, als Sie verständlicherweise zuzugeben bereit sind ?

Angesichts dieser Sachlage werde ich mein ehrenamtliches Engagement überdenken. Frau Schmidt: ich hoffe, dass ich nun bei Ihnen keine Emotionen ausgelöst habe.

Der Bürgerinitiative "Pro Bürger - Contra Windrad" wünsche ich viel Erfolg. Ich denke, dass die Einwohner der vier Ortschaften sich nicht "überfahren" lassen - stattdessen aber untereinander solidarisch sind.