Leserbrief

Leserbrief Zum Artikel "94 Prozent der Einwohner sind sehr gut versorgt#201d (FN 27. April)

Gegebenenfalls die Hölle heiß machen

Es geht voran mit dem Breitbandausbau in unserer Stadt: das ist zunächst erfreulich, beziehungsweise ist eine lebensnotwendige Investition in die Infrastruktur unserer Region. In dem Artikel ist nun zu lesen, dass innerhalb des nächsten Vierteljahres in zehn Ortsteilen "bis zu 50 Mbit/s" möglich sein werden und dass damit 94 Prozent der Wertheimer "sehr gut, das heißt mit mehr als 25 Mbit/s" versorgt sein werden. Hört sich ganz gut an, gibt aber den Beschluss des Kreistags vom 9. März nicht korrekt wieder.

Dort sind flächendeckend mindestens 50 Mbit/s für 95 Prozent der Haushalte" bis 31. Dezember 2018 formuliert. Jeder weiß, welches Schindluder in der Werbung, auch von den Netzbetreibern, mit der Angabe "bis zu" getrieben wird und wie extrem die Geschwindigkeit des Netzes von der Tageszeit abhängig ist. Die Telekom muss uns aber "mindestens" 50 Mbit/s rund um die Uhr liefern und nicht "bis zu" 50 Mbit/s um Mitternacht. Ich hoffe, dies gilt auch für die Höhefelder.

Sie tut das nicht freiwillig, sondern dies ist eine Vorgabe der Bundesregierung, und die Telekom erhält dafür von unserem Landkreis und seinen Gemeinden 22 Millionen Euro.

Wir hatten in einer Kreistagssitzung einen Fachmann ,Friedrich Scheerer von der "Clearingstelle Neue Medien im ländlichen Raum", der erklärte, dass 50 Mbit/s auch mit Vectoring nicht zu erreichen seien. Da erscheint es kühn, wenn in dem Artikel am Ende der Telekom-Mitarbeiter sogar 100 Mbit/s mit Vectoring verspricht.

Es bleibt zu hoffen, dass Ortvorsteher, (Ober)-Bürgermeister und Landrat im Interesse ihrer Bürger das Ergebnis des Breitbandausbaus sorgfältig kontrollieren und gegebenenfalls der Telekom Anfang 2019 die Hölle heiß machen, wenn sie die verbindlichen vertraglichen Vorgaben nicht einhält. Dazu hat sie sich verpflichtet und das ist für 22 Millionen Euro auch zu erwarten.