Leserbrief

Lesermeinung Aufstiegshilfe zur Burg Wertheim hat keine Eile, aber es sollten Konzepte erarbeitet werden

Es wäre ein Frevel, nicht zu diskutieren

Lieber geschätzter Freund Werner Peschke! Am 10. Juni hast Du einen Leserbrief in Sachen Schrägaufzug geschrieben und meinst, ein solcher sei in Wertheim nicht mehrheitsfähig. Die Mehrheitsfähigkeit kann ich jetzt nicht abschätzen, eine Aufstiegshilfe an sich wäre aber in jedem Fall sinnvoll.

Auf der nachfolgenden Seite der Fränkischen Nachrichten waren am selbigen Tag zwei weitere Artikel zu Wertheim zu lesen: Zum Ersten ein Artikel über die Attraktivität der Burg und die Zunahme der Besucherzahlen in Wertheim, zum Zweiten die positiven Entwicklungen in Sachen Stadtmarketing. Wollen wir daraus nicht noch mehr machen?

Die Ablehnung des Schrägaufzugs hat sich doch am Rosengarten festgemacht, in dem der Schrägaufzug starten sollte. Diese Ablehnung war ja auch korrekt. Nicht minder störend waren die Betonstützpfeiler, über welche die Bahn nach oben geführt werden sollte. Aber es gab und gibt doch noch andere Varianten, die das Gesamtbild der Burganlage nicht stören würden.

Es wäre ein Frevel, darüber nicht zu diskutieren und jeden Ansatz der Diskussion pauschal zu disqualifizieren. Also, ich kann mir als Lösung einen Schrägaufzug mit Start bergseits in der Mühlenstraße vorstellen, eine Aufstiegshilfe an der Badischen Bank, aber auch eine Seilbahn, die am wenigsten stören würde ausgehend von der Tauber- oder Mainseite! Du kannst einwenden, wir brauchen überhaupt keine Aufstiegshilfe. Das sagt jemand der glücklicherweise körperlich noch fit ist. Und die Geübten können ja auch weiterhin laufen. Aber: nicht wenige Menschen finden den Aufstieg äußerst beschwerlich! Und das werden mit zunehmender Altersprogression immer mehr sein.

Das Bähnle hat eindeutig Entlastung gebracht, aber eben auch mit Einschränkungen: Die Abfahrtzeiten sind nur alle 30 Minuten, viel zu früher letzte Fahrt (17.30 Uhr) und im Winter fällt es ganz aus. Für viele ist die holprige Fahrt über Landstraße und Wald zudem wenig attraktiv und recht ungemütlich.

Eine Aufstiegshilfe welcher Art auch immer wäre eine Attraktion und ein Erlebnis an sich! Wenn es eine solche an anderen Burgen noch nicht gibt, umso besser. Wir hätten dann ein Alleinstellungsmerkmal. Was die Gastronomie auf der Burg betrifft, sollte diese ja auch im Winter bei schlechtem Wegezustand gut zu erreichen sein und bliebe damit auch in diesem Zeitraum für Familienfeiern, Hochzeiten und Fortbildungen verfügbar. Die Infrastruktur der Burg ist deutlich verbessert worden, so dass immer mehr Veranstaltungen bei Fehlen einer richtigen Stadthalle auf der Burg stattfinden werden. Das ist gut so. Bei solchen Events können natürlich nicht alle mit einer Aufstiegshilfe nach oben fahren, aber die Gehschwachen oder Eltern mit Kindern haben dadurch auch die Möglichkeit, die Burg bequem und mit schöner Aussicht zu erreichen. Auch Kosten-Nutzen-Analysen sind wichtig, Weitsicht nicht minder. Zur Frage des demokratischen Prozesses: Der findet zunächst im Stadtrat statt! Dieser sollte aber bei erneuter Entscheidung die Bürgermeinungen mit einfließen lassen. Im Bürgerforum wurde übrigens anders als von Dir dargestellt sehr wohl positiv über eine Aufstiegshilfe gesprochen. Leider wurde dies damals nicht in das offizielle Papier übernommen!

Es wäre schön, wenn wir bei unseren Diskussionen in Wertheim unser ständiges Bedenkenträgertum hinter uns lassen und offen für innovative Ideen wären.

Die Aufstiegshilfe hat keine Eile, sie muss nicht morgen gebaut werden, aber es sollten sehr wohl ideenreiche Konzepte erarbeitet werden, die es wert sind, darüber ernsthaft zu diskutieren.