Leserbrief

Leserbrief Zum Leserbrief "Kritische Fragen an die CDU" (FN 1. September)

Es geht um eine zukunftsfähige Entwicklung unserer Stadt

Sehr geehrter Herr Heidrich, zunächst Danke für Ihr Interesse an unserer inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Bahnunterführung Nord. Mit dem Stand heute fahren alle Lkw, die nach Lauda, Oberlauda, Heckfeld usw. wollen, durch die Becksteiner Straße, da es die einzige Anbindung an das überörtliche Netz und hin zur Autobahn ist. Mit der neuen Bahnunterführung wird das, was die Becksteiner Straße betrifft, anders: die Lkw zum Gewerbegebiet Nord fahren direkt über die L 511 in das Gewerbegebiet.

Die Lkw vom Gewerbegebiet Süd (Bahnhofstraße) fahren entweder über die Badstraße und die K 2832 und weiter nach Süden oder über die Bahnhofstraße und durch die neue Unterführung. Der von Ihnen angesprochene Durchgangsverkehr kann ganz einfach durch bauliche Maßnahmen (Beruhigung der Becksteiner Straße) oder schlicht durch ein Lkw-Verbot in der Becksteiner Straße ausgesperrt werden.

Zusätzlich sollte man bedenken, dass momentan jeder Lkw, der nach Lauda will, durch den Stadtkern von Königshofen muss. Mit welchem Recht begründet man einen Verkehrsanstieg in Königshofen, um dann alle Lkw, die nach Lauda wollen, über die Becksteiner Straße zu leiten, da momentan nur ein sehr geringer Anteil direkt über die Badstraße zu Ruppel, Trafö und Kablitz fährt? Wir sind eine Stadt und müssen hierbei die Belange aller Bürger berücksichtigen.

Zu Ihrer ersten Frage: Die StVO lässt schon durch einfache Beschilderung ein Durchgangsverbot für Lkw zu. Alle Fahrzeuge unter 3,3 Meter Höhe nutzen den Weg ja heute schon, so dass es sich beim Duchgangsverkehr nur um Lkw höher als 3,30 Meter handeln kann.

Zu Frage 2: Die Becksteiner Straße kann durch bauliche Maßnahmen, Geschwindigkeitsreduzierung und ein Lkw-Verbot so unattraktiv gemacht werden, dass es sich für den Schwerlastverkehr nicht lohnt, den Weg über die Becksteiner Straße mit Schulen / den angesprochenen Schulwegen zu nehmen. Die moderne Verkehrsplanung hat hierzu in anderen Orten bereits gute Beispiele entwickelt, die wir am besten zusammen mit unserem Stadtbaumeister, Herrn Blessing, mal besichtigen sollten. Die Politik (alle Fraktionen) hat nicht umsonst die Sanierung der Becksteiner Straße zeitlich hinter den Bau der Bahnunterführung gestellt.

Zu Frage 3: Es besteht wohl Einigkeit darüber, dass die Tankstelle Herm oberhalb des HQ 100 liegt. Wenn nun, wie in den Gutachten vorgesehen, die Straße vor dem Trogbauwerk der Unterführung auf das Niveau der Tankstelle gelegt wird und dann bis zum Bahndamm eine Mauer mit Freibord errichtet wird, kann das Wasser nicht in das Bauwerk laufen. Es kommt lediglich zu einem kleineren Retensionsraumverlust, da der Bereich der L 511 dann nicht mehr überflutet ist.

Dieser wird an anderer Stelle (so das Gutachten) ausgeglichen. Hält man die Bauschaffenden bei der Verwaltung, Stadt und dem Land wirklich für so bescheuert, dass Sie ein Bauwerk planen, dass überflutet wird? Die in der Planung vorhandenen Pumpen haben nichts mit dem Hochwasser zu tun, lediglich damit, dass bei einem Starkregenereignis das Bauwerk genutzt werden kann.

Zu Frage 4: Es ist ein Rätsel, Herr Heidrich, woher Sie die zitierten Kosten von 18 Millionen Euro nehmen. Aktuell im Planfeststellungsverfahren sind die Baukosten noch unter zehn Millionen kalkuliert, davon erhält die Stadt 75 Prozent Förderung über GVFG (aktueller Stand zum Juli 2017) und zusätzlich noch über den Ausgleichsstock und einen Ausgleich beim Tausch der Straßen Kugelgraben gegen Rathausstraße.

Dies ist das Ergebnis der Besprechung von Ex-Bürgermeister Heirich (SPD) mit den Vertretern des Landes Mitte der 90er Jahre. Ziel war damals, eine für die Stadt kostenneutrale Lösung zu finden und den Kostenhauptteil durch den Bund zu finanzieren.

Hierzu steht das Land wohl heute noch. Dieses wird aber erst abschließend geklärt werden, wenn das Baurecht dann auch besteht. Selbst wenn die Gesamtkosten steigen sollten, wäre der Anteil unserer Stadt für ein so notwendiges Verkehrsprojekt finanzierbar.

Zu Ihrer Kritik, warum eine Finanzierung über Steuergelder vorgenommen werden soll: Es ist in Deutschland üblich, dass Verkehrsprojekte über Steuern finanziert werden. Dies betrifft die geplante Unterführung genauso wie die Ortsumfahrung in Königshofen oder die Sanierung der Becksteiner Straße. Verkehrswege sind immer auch Lebensadern.

Es geht nicht um einzelne Firmen, wie Sie suggerieren möchten, sondern um eine zukunftsfähige Entwicklung unserer Stadt, an welcher jedenfalls die CDU in Lauda-Königshofen auch für die kommenden Generationen mitwirken möchte. An diese Diskussion können wir künftig gerne im persönlichen Dialog anknüpfen.