Leserbrief

Leserbrief Zum Abriss des ehemaligen Bezirksspitals in Boxberg

Ein Stück Vergangenheit wird vernichtet

Das alte Bezirksspital soll abgerissen werden. Wer kann das verstehen? Das Bezirksspital ist das großartigste Dokument für die Boxberger Geschichte als Amtsbezirk. Ein Kultur-Denkmal. Andere Städte und Gemeinden würden sich die Finger danach schlecken. Sie würden alles versuchen, wenigstens die Altfassade und das eindrucksvolle Sepp-Biehler-Werk zu erhalten. Aber in Boxberg lässt man abreißen.

Leider nichts Neues hier. Die mächtige Burg auf dem Schlossberg wurde zum Abriss an einen Bauunternehmer verkauft. Der letzte historische Boxberger Torbogen, der Schmiedsbogen oder Ferdinandsbogen, wurde achtlos abgerissen. Bei der Seehof-Neunutzung wurden Gewölbekeller, Kornspeicher und vieles andere Denkmalwürdige zerstört. Und jetzt das Bezirksspital - so wirft man Geschichte weg, einzigartige Vergangenheit.

Boxberg könnte auch anders. 300 Meter vom Bezirksspital entfernt steht ein preisgekröntes Beispiel: die Mediothek. Es war nur eine alte Scheuer. Statt sie abzureißen, wurde sie mit Herz und Verstand modernisiert: eine reizvolle Kombination aus Alt und Neu. Der Umbau wird weit über den Kreis hinaus bewundert, und er erhielt schon zwei Landes-Auszeichnungen: den Preis der Arbeitsgemeinschaft baden-württembergischer Sparkassen, und den Preis der Architektenkammer Baden-Württemberg.

Für eine einfache Scheuer soviel Engagement, und Boxberg erntet landesweite Anerkennung. 300 Meter daneben ist das alles vergessen, wird Vergangenheit vernichtet. Boxberg wird landesweit Kopfschütteln ernten.

Ist das Bezirksspital nicht viel mehr wert, zumindest äußerlich erhalten zu werden?