Leserbrief

Leserbrief Zu „Sorge um Zukunft der Standorte wächst“ (FN 16. April)

Die Sorgen sind mehr als berechtigt

Den Bericht zum Rothenburger Krankenhaus habe ich mit großem Interesse gelesen. Mit großem Interesse deshalb, weil wir Bürger aus dem angrenzenden württembergischen Gebiet ganz direkt von der weiteren Entwicklung des Rothenburger Krankenhauses betroffen sind. Dieses Krankenhaus gehört seit den 80-er Jahren dem Klinik-Verbund ANRegiomed an, zu dem neben dem Ansbacher Krankenhaus auch die Häuser Rothenburg, Feuchtwangen und Dinkelsbühl gehören.

Seit Jahren reißen die Negativ-Schlagzeilen um diesen Verbund, der pro Tag mit 50 000 Euro Verlust kämpft, nicht ab. Auch für das Jahr 2018 wurde erneut ein Verlust von sage und schreibe 18,7 Millionen Euro ausgewiesen. Von gravierendem Missmanagement ist immer wieder die Rede. Einzig das Rothenburger Krankenhaus erwirtschaftet noch schwarze Zahlen und kann nach wie vor auf eine sehr gute Belegung verweisen – darunter über ein Drittel Patienten aus dem hohenlohisch-württembergischen Gebiet. Mit Innerer Medizin, Allgemein- und Unfall- sowie Neurochirurgie und Gynäkologie mit rund 600 Geburten pro Jahr hat die Klinik einen hervorragenden Ruf. Nun droht dieses Haus im inzwischen voll ausgebrochenen politischen Streit zerrieben zu werden, der darin gipfelte, dass Aussagen aus Ansbach erfolgten, das Rothenburger Krankenhaus „habe keinen Versorgungsauftrag für die Bewohner aus Baden-Württemberg“. Wenn bei solchen Aussagen nicht die Alarmglocken schrillen!! Hinzu kommt, dass sich der direkte Konkurrent „Diakoniewerke Neuendettelsau“ und das „Diak Schwäbisch Hall“ vor kurzem zu einem gigantischen Verbund mit über 1250 Betten und 10000 Mitarbeitern zusammengeschlossen hat, dessen Einzugsbereich sich mit denen von ANRegiomed und speziell auch mit dem Rothenburger Krankenhaus überschneiden.

Der Bericht „Sorge um Zukunft der Standorte wächst“ ist deshalb mehr als berechtigt. Sorgen müssen sich aber nicht nur wir Württemberger machen, sondern auch die Rothenburger mit ihrem Umland, denn wenn bis zu 40 Prozent der Patienten wegbrechen würden, wäre das mit Sicherheit das Ende des Rothenburger Krankenhauses. Aus dieser berechtigten Sorge heraus ist es nur zu begrüßen, dass Rothenburger Bürger den Verein „Mediroth“ gegründet haben, der sich den Erhalt des Rothenburger Krankenhauses auf die Fahnen geschrieben hat und jetzt – unterstützt durch OB Walter Hartl – eine Online-Petition (openpetition.de) gestartet hat. Die Unterzeichner fordern Bundes-und Landesregierung auf, im ländlichen Raum die Krankenhausversorgung sicherzustellen. Aus ganz Deutschland müssen innerhalb von fünf Monaten 50 000 Unterschriften zustande kommen, damit das Gesuch im Bundestag behandelt wird.

Sehr viele Eintragungen bei dieser Initiative kommen vor allem aus dem hohenlohisch-württembergischen Gebiet.

Es ist nur zu hoffen, dass sich noch viele weitere Bürger unseres Landstrichs dieser für uns hier wohnenden Menschen so enorm wichtigen Initiative anschließen.

Ob es letztlich zum Erfolg führt, wissen wir zwar nicht. Aber einfach nur dasitzen wie das sprichwörtliche Kaninchen vor der Schlange, sollten wir auch nicht. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.