Leserbrief

Hier hat der Leser das Wort Zur Integration der Flüchtlinge in Deutschland

Die Realität wird die Augen öffnen

Ich bin mir durchaus bewusst, dass ich durch meine Stellungnahme in diesem Leserbrief von einigen Lesern in die rechte, braune Ecke gestellt werde. Nicht zur Rechtfertigung, sondern zur Klarstellung meiner Position darf ich feststellen, dass ich mit rechtem Gedankengut absolut nichts am Hut habe und dass ich Gewalt, ganz gleich gegen wen auch immer, scharf verurteile. Wer mich kennt weiß auch, dass man auf meine Hilfe und Loyalität immer zählen kann.

Ich gehöre aber auch nicht zu denjenigen, die die ankommenden Flüchtlingsmassen mit Willkommenstransparenten und Blumen empfangen und bei den Asylbewerbern unrealistische Erwartungen wecken. Wer als Flüchtling aus einem Land kommt, in dem Krieg und Anarchie herrschen, dem muss geholfen werden. Aber Hilfe kann auf Dauer nur Segen sein, wenn diese nicht nur spontan, sondern auch in dem Bewusstsein der damit verbundenen Langzeitkonsequenzen, erfolgt. Das, was derzeit und überwiegend unkontrolliert an Flüchtlingsmassen gezielt nach Deutschland strömt, kann man auch nicht mit humanitärem Pflichtbewusstsein gut heißen, weil es unsere Gesellschaft schlicht und einfach überfordert.

Die Realität wird uns einholen und denjenigen die Augen öffnen, die heute euphorisch reagieren und alle nüchtern und sachlich Urteilenden in die fremdenfeindliche Ecke stellen. Niemand, und schon gar kein verantwortlicher Politiker, kann unserer Bevölkerung erklären, welche Konsequenzen die derzeitige Überforderung mittel- und langfristig für unsere Gesellschaft haben wird. Wir hören zwar immer: "Wir schaffen das, wir sind ein reiches Land" doch das "Wie" bleibt unausgesprochen mangels nachvollziehbarer konzeptioneller Lösungen.

Gott sei Dank, dass es vielen von uns gutgeht, aber angesichts der aktuellen Zahlen, nach denen die Durchschnittsrente in Deutschland für Männer bei 931 Euro und für Frauen bei 521 Euro liegt, klingt das doch ziemlich zynisch.

Wie unglaubwürdig ist es auch, wenn in der Vergangenheit unzählige Reformen mit angeblichen Sparzwängen begründet wurden und jetzt spült unsere Willkommenskultur plötzlich Geld in Milliardenhöhe in die Hilfskassen. Dass das nicht Erklärbare nach Bankenrettungen und Griechenlandkrise unseren Bürgen Sorge macht, ist für mich nachvollziehbar.

Alle Versuche, Hoffnungen auf eine erfolgreiche Integration der Flüchtlinge zu verbreiten, bleiben angesichts der Menschenmassen, die täglich zu uns kommen, wirkungslos. Niemand weiß, wie viele Asylbewerber es letztlich sein werden, die wir in Deutschland aufgenommen haben, wenn hoffentlich der Zustrom irgendwann zum Erliegen kommt. Fest steht aber, das sich die Zahl der dann Bleibenden noch einmal um mindestens 30 Prozent durch den Nachzug von Familienangehörigen erhöhen wird.

Wir haben in Deutschland wahrlich genügend schwarze Schafe und Kriminelle. Aber so wie bei uns, sind mit absoluter Sicherheit auch unter den Flüchtlingsankömmlingen solche, die sich nicht an Recht und Gesetz halten werden.

Es ist zu befürchten, dass sich in absehbarer Zeit Dinge ereignen, die ein völlig verändertes Stimmungsbild zur Folge haben werden. Alle Schönfärberei wird dies nicht verhindern können.

Trotzdem: Asylbewerberunterkünfte anzuzünden, ist verwerflich und kriminell. Eine solche Tat ist mit aller Härte zu bestrafen. Außerdem sollten sich diese Täter einmal darüber im Klaren sein, dass es unser aller Steuergelder kostet, um den materiellen Schaden wieder zu beheben.