Leserbrief

Hier hat der Leser das Wort Zur Entscheidung des Gemeinderats, keine Urnenwände auf Wertheimer Friedhöfen zu errichten

Der Wunsch der Bevölkerung wurde ignoriert

Zu diesem Entschluss, vorerst keine Urnenwände oder -stelen auf den Wertheimer Friedhöfen zu errichten, dessen Begründung ohne Wissen an Bedarf scheiterte, kamen ein Arbeitskreis, bestehend aus Hubert Burger, Stadtverwaltung, die Herren "Bestattern" Busch und Beile und der Gemeinderat.

Hier in Wertheim wird der "letzte Wille" alteingesessener Bürger mit Füßen getreten und der demografische Wandel durch die Verantwortlichen völlig ignoriert. Die Leute haben ihre Vorstellungen und bezahlen zu viel Geld, um reglementiert zu werden. Es gibt keine Einschränkungen, solange der Charakter des Friedhofs gewahrt bleibt. Eine optische Aufwertung durch Urnenwände/Urnenstelen würde das Gesamtbild unseres Bergfriedhofs bereichern, entgegen den vielen Grabstätten, welche trotz ihrer "teilweise betuchten Klientel" ein verwahrlostes Dasein fristen.

Das von Bestatter Busch im unteren Friedhofsbereich angelegte Gräberfeld hat in keiner Weise etwas mit Friedhofskultur gemein - laut Aussage von Befürworter Hubert Burger, Stadtverwaltung. Hier geht es nur um Profit mit wenig Arbeitsaufwand.

Die in Bestenheid angebotene Bestattung unter Bäumen kommt mittlerweile in die Kritik. Wissenschaftler befürchten, dass die Totenasche ökologisch bedenklich sei, Giftstoffe würden freigesetzt, die Grundwasser und Boden belasten. Eine Urne, die sich auflöst, ist eine "konzentrierte Masse", deren Stoffe irgendwann langfristige Folgen nach sich zieht.

Der Trend geht weg vom klassischen Grab und weg vom Friedhof, wenn keine Urnenwände/Urnenstelen zur Verfügung stehen. Die Menschen wollen nicht mehr Gräber pflegen oder können es auch nicht, weil die Familien nicht mehr so zusammenleben wie früher. Die Belegungszahlen der Friedhöfe gehen permanent herunter. Dadurch müssen die Gebühren erhöht und den Familien verbleibender Grabstätten angelastet werden.

Unter den zahlreichen Altstadtbewohnern, denen besagte Grabstätten sehr wichtig sind, sind auch über 80-jährige Bürgerinnen und Bürger, welche es noch erleben wollen, dass ihnen diese letzte Ruhestätte zur Verfügung steht.

Die Stadtverwaltung tut gut daran, ihre Macht nicht länger zu missbrauchen und dem Wunsch der Bevölkerung nachkommen, da die heutigen Lebenden die Kunden von morgen sind, ohne deren Steuern und Beiträgen kein Rathaus-Beamter sein Auskommen hätte.

Sollte sie trotz aller vorgetragener Argumentation bei ihrem diktatorischen Fehlverhalten bleiben, kann in meinem Fall die Alternative für ihn nur heißen, das seit über sieben Jahrzehnte bestehende letzte Familiengrab nach Ablauf aufzulösen und durch nicht ansässige Bestatter außerhalb der Geburtsstadt die gewünschte letzte Ruhe zu erhalten.

Und selbiges wird nicht ein Einzelfall bleiben. Dafür wird die bis dato achten Generation in Wertheim Sorge tragen.