Leserbrief

Leserbrief Zu den Feiern zum Jubiläum "500 Jahre Reformation"

Der Thesenanschlag eine Erfolgsgeschichte?

Gut, dass an den Thesenanschlag gegen den Ablass erinnert worden ist. Aber das Gedenken an lokale Einführungen der Reformation beispielsweise in Form von Theaterstücken oder das Gedenken an die Änderung der Stellung der Frau durch die Reformation war zu wenig.

Nirgends wurde sich mit der Frage beschäftigt, ob der Thesenanschlag eine Erfolgsgeschichte war. Luther wäre über die 500-jährige Entwicklung der Reformation nicht begeistert.

Sein Grundsatz"sola scriptura - allein die Bibel" wird nicht einmal von seiner evangelisch-lutherischen Kirche beherzigt. Er hat mit seinen Beobachtungen einen Anfang gemacht, doch seine Kirche ist dort stehen geblieben und hat sich "erfolgreich" neuen Erkenntnissen aus der Heiligen Schrift entgegengestellt. Deshalb besteht der Protestantismus heute aus vielen verschiedenen Kirchen, Freikirchen und Gruppen. Alleine in Wertheim mit zirka 23000 Einwohnern sind es fünf. Luther wollte nicht die Kirche spalten, aber die römisch-katholische Kirche hat sich nicht reformieren lassen. Den unbiblischen Ablass gibt es bis heute. Auch wenn er nichts kostet, muss er verdient werden. Luthers Richtschnur "sola fide - allein die Gnade", wie es Gottes Wort lehrt, findet keine Anwendung. Solange die Tradition wichtiger genommen wird als die Heilige Schrift wird auch Luthers Erkenntnis "solus Christus - allein Jesus Christus" in der römisch-katholischen Kirche nicht befolgt.

Es ist eine gute Sache, dass die großen Kirchen in der Ökumene aufeinander zugehen. Die Bibel lehrt, dass die Liebe das Höchste ist. Wäre es da nicht an der Zeit gewesen, dass die katholische Kirche zur Feier des 500-jährigen Jubiläums der Reformation Martin Luther endlich vom Kirchenbann befreit? Warum ist es der evangelisch-lutherischen Kirche offenbar nicht wichtig, dass der Reformator rehabilitiert wird. Hat sie sich den Katholiken zu sehr angepasst?

Hängt es vielleicht damit zusammen, dass man als evangelische Kirche zwar in Liebe mit der römisch-katholischen Kirche zusammenarbeiten möchte, aber den Anspruch Jesu vernachlässigt, auch gemeinsam nach der Wahrheit zu forschen (Johannes 8, 31.32). Erst wenn dies geschieht, erfüllt sich der biblische Anspruch "Soli Deogloria - allein zu Gottes Ehre", wie es Luther gefallen würde. Mit seiner Bibelübersetzung und der Reformation hat er uns die Möglichkeit eröffnet, nach dem Wort aus der Apostelgeschichte 17, 11 zu handeln, das Wort der Heiligen Schrift zu prüfen und danach zu tun. Schließlich haben wir alle durch Jesus Christus eine Hoffnung. Es lohnt sich also in der Bibel zu forschen und sich Gedanken zu machen, wo man die Ewigkeit verbringen möchte.