Leserbrief

Leserbrief Zu den Leserbriefen „Vorgehensweise des Aussitzens...“ und „Taktik der CDU erscheint durchsichtig“ (FN 18. August)

Das Ziel nicht aus den Augen verlieren

Kaum ein anderes kommunalpolitisches Thema hat im letzten Monat eine größere Medienpräsens erlangt als das geplante Bauvorhaben der Firma Konrad Bau in Gerlachsheim. Und das auch zurecht! Als am 16. Juli in der öffentlichen Gemeinderatssitzung der genehmigte Umfang der Anlage bekannt wurde, war unserer Entsetzten ebenso groß wie bei allen anderen auch.

Deshalb haben Marco Hess und ich als örtliche Vertreter der CDU auch gleich deutlich gemacht, dass wir Täuschungshandlungen nicht dulden werden und eine solche Überbelastung von Gerlachsheim (insbesondere in Sachen Verkehrssituation in der Würzburger Straße) verhindern wollen. Seitdem waren wir sicherlich nicht untätig, sondern haben versucht, eine zufriedenstellende Lösung zu finden.

Es hat mich daher extrem überrascht, in den Leserbeiträgen vom 18. August von „Taktischen Manövern der CDU“ und falschen Vorwürfen wie „aussitzen, vernebeln und austricksen“ zu lesen. Schließlich ist es den Vertretern der CDU bisher als einzigen gelungen, einen umsetzbaren Lösungsvorschlag auszuhandeln. Sicherlich hat dies auch der breite Widerstand der Gerlachsheimer Bevölkerung möglich gemacht und zu einem Umdenken der Beteiligten geführt.

Bei allem was bisher vorgefallen ist, darf man jedoch nicht vergessen, dass die Firma Konrad Bau hier rein rechtlich eine extrem starke Position einnimmt. Auf juristischem Wege lässt sich das Bauvorhaben nämlich voraussichtlich nicht verhindern, sondern bestenfalls erschweren und verschleppen.

Jetzt liegt ein Vorschlag auf dem Tisch, einen geeigneteren Standort zu suchen und den Sachverhalt mit einem neutralen Schlichter aufzuarbeiten. Dabei soll auch die Bürgerinitiative nicht nur angehört, sondern aktiv eingebunden werden. Und das war, so dachte ich bisher, ein gemeinsames Ziel: nämlich die bestmögliche Lösung für Gerlachsheim.

Außerdem ist die Unterstellung, wir wollten die Bevölkerung nur bis nach der Kommunalwahl hinhalten, sehr kurzsichtig gedacht: Kommunalwahlen sind bekanntlich nicht nur im nächsten Jahr, sondern auch 2024. Da würde man anderenfalls die Zeche spätestens zahlen.

Als Gerlachsheimer geht es mir hier um die Zukunft unserer Heimat. Deshalb möchte ich alle bitten, das gemeinsame Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und sich am Lösungsprozess sachlich zu beteiligen. Nur so kann es gelingen, einen anderen und geeigneteren Standort zu finden. Da wir – denke ich – alle dasselbe wollen, hoffe ich hierbei auf die Unterstützung aller Gemeinderatsfraktionen , statt auf Alleingänge und böswillige Unterstellungen gegenüber der CDU. Zeit für den Kommunalwahlkampf ist dann bis zum 26. Mai noch genug.