Leserbrief

Leserbrief Gerade auch nach dem Zuzug von Flüchtlingen sollte ÖPNV intensiviert werden

Bahnstrecke nicht aus den Augen verlieren

Am Freitag, 23. Oktober, bezogen 50 Asylbewerber aus Syrien und dem Irak im ehemaligen Schulhaus in Wölchingen ihr neues Zuhause. Sie wurden vom Boxberger Helferkreis "Flüchtlinge" und vom Pfarrer Bopp-Hartwig aufs herzlichste begrüßt. Einige der Flüchtlinge besuchten am Sonntagmorgen die Bergkirche in Angeltürn, eine ehrenamtliche Mitarbeiterin aus dem Boxberger Helferkreis "Flüchtlinge" begleitete sie. Hier wurden sie vom Prädikant Stefan Rauch zum Gottesdienst eingeladen, was auch dankend angenommen wurde.

In Boxberg können die Flüchtlinge eine zweite Heimat finden, die Anzeichen sind gut. Das Landratsamt hat sich an das Flüchtlingsaufnahmegesetz gehalten, wo verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein müssen, dass Asylunterkünfte bereitgestellt werden dürfen (50 Asylbewerber sollen einziehen, FN vom 23.1 Oktober). Nur bei den ÖPNV-Anschlüssen, sind nach meiner Sicht noch Verbesserungen möglich.

Über 11 600 Einwohner leben zwischen Osterburken und Lauda-Königshofen, in Rosenberg etwa 2500, in Ahorn rund 2200, in Boxberg etwa 6500 und in Sachsenflur, einem Stadtteil von Lauda-Königshofen, zirka 400 Einwohner. Deren Mobilität nähme durch einen Zughalt in ihren Gemeinden erheblich zu.

Die Reaktivierung der Bahnhöfe könnte sich zudem positiv auf weitere Wohnbauentwicklung in dieser Region auswirken.

Junge Familien, aber auch Jugendliche, wollen eine schnelle und verkehrlich gute Anbindung an die Städte Würzburg, Heilbronn, Stuttgart, Heidelberg. Dies wäre wichtig für Studenten, Schüler, junge Mütter und ältere Menschen, die in der Regel nicht über ein eigenes Fahrzeug verfügen, von großem Interesse.

Wie Erhebungen in anderen Gemeinden und Städten zeigen, bringt ein Halt auch viele Vorteile im Bereich Naherholung, insbesondere Fahrradtouristen nutzen Zugverbindungen für ihre Rundfahrten. Auf dem Güterbahnhofsgelände könnten P&R-Anlagen angelegt werden, was sicher für viele Autofahrer attraktiv wäre.

Wenn der Kreistag nur die Westfrankenbahn modernisiert und die Frankenbahn Osterburken-Lauda im Abseits liegen lässt, müssen die Gemeinden selbst aktiv werden und durch ein Gutachten eines renommierten Planungsbüro die Machbarkeit und die Wirtschaftlichkeit der Zughalte auf dieser Strecke umfassend prüfen. Das derartige Gutachten ein konkreter Einstieg in die Reaktivierung von Zughalten sind, zeigen viele Beispiele, wo die Gemeinden ebenfalls aus dem Eigeninteresse heraus selbst Gutachten in Auftrag gegeben haben und letztlich Erfolg hatten.

Es genügt nicht, dass Manfred Schaffert aus Igersheim und Bürgermeister Elmar Haas aus Ahorn den Kreistag daran erinnert, dass diese Strecke nicht in Vergessenheit gerät (FN 23. Oktober "S-Bahn im Blick behalten"). Als Bürgermeister, der oben genannten Städte und Gemeinden, sollten sie sich nicht auf dem, was erreicht wurde ausruhen, und versuchen dies erreichte zu halten und zu verwalten sondern in die Zukunft investieren.