Leserbrief

Leserbrief Zu "Lockerung bei..." (FN vom 25. Juli)

"Autobahn statt Forstweg"

Die Abfallwirtschaft hat die Regeln für Schuttablagerungen auf ihren Deponien gelockert, wie der Zeitungsartikel "Lockerung bei den bestehenden Regeln für Erddeponien", FN vom 25. Juli, berichtete.

Als äußerst locker empfinde ich auch den Umgang mit der Ablagerung von Bauaushub in unseren Wäldern, wie folgendes Beispiel zeigt: Wo einst schmale, langsam zuwachsende Forstwege den Wald zwischen Herrenzimmern und Schönbühl durchzogen, findet man jetzt einen rund sieben Meter breiten Weg. Dieser hat annähernd die Ausmaße einer für bis zu 20 000 Fahrzeugen pro Tag ausgerichteten Bundesstraße. Der Dammfuß weist bis ca. elf Meter Breite auf. Die Fahrbahn wurde dabei teilweise ca. einen Meter hoch aufgeschüttet. Sie wirkt mit ihren 1,5 Kilometern Länge wie eine "Waldautobahn". Rechts und links davon sieht man abgestorbenes Gebüsch und einzelne umgestürzte Bäume. Zwei Lkw's könnten hier locker aneinander vorbeifahren. So stelle ich mir die Erschließungsstraße für eine Windkraftanlage vor. . . Von deren Bau ist mir jedoch nichts bekannt.

Solch eine mächtige Dammstraße wie im Schönbühler Wald erwarte ich in der sumpfigen Taiga Russlands, würde ich mir in dieser Qualität im ländlichen Mexiko wünschen, aber hier im Main-Tauber-Kreis als Waldweg? In kurzen Abständen transportierten Traktoren mit Anhängern (Ortskennzeichen Ansbach) steinigen und felsigen Bauaushub aus dem Nachbarlandkreis in großen Mengen in den Wald zur (billigen?) Entsorgung von Muschelkalkgestein - und das von morgens bis abends.

Fragt sich, wer hier profitiert. Feriengäste? Naturliebhaber? Die Natur? Sicher nicht!