Lauda / Königshofen

Seltenes Fest Elisabeth Schad feiert ihren 90. Geburtstag / 70 Jahre im Kirchenchor gesungen

Zither war ständiger Begleiter

Archivartikel

Königshofen.Ihre Zither begleitete sie ein Leben lang. Noch heute spielt Elisabeth Schad, die ihren 90. Geburtstag feiert, jeden Sonntag oder zu besonderen Anlässen wie Weihnachten. „Die Zither und später die Singstunden im Chor, das war mein Leben“, sagt die Geburtstagsjubilarin.

Ab 1944 musste sie mal zwei Jahre ohne ihr geliebtes Instrument auskommen. Die Zither verbrannte bei der Bombardierung Königshofens durch die Alliierten. „Unser Haus wurde komplett zerstört, nur vier Kühe waren noch übrig geblieben“, blickt die gebürtige Königshöferin auf diesen schrecklichen Tag zurück. Schad und ihre Familie suchten Schutz in Deubach. „Wären wir im Keller des Hauses gewesen, wären wir nicht lebend rausgekommen.“

Schulzeit im Nationalsozialismus

Die NS-Zeit und die Kriegsjahre bezeichnet Elisabeth Schad als „schlimme Zeit“. Als sie acht Jahre alt war starb ihre Mutter, Schad und ihre Geschwister wuchsen bei der Tante auf. Auch in der Schule wurde der Einfluss der Nationalsozialisten deutlich: „Wir mussten Hitlerlieder singen und für den Krieg Rüben auf Hof Sailtheim rupfen.“ Später arbeitete Elisabeth Schad in der Landwirtschaft und lernte dadurch ihren Mann Anton kennen, den sie 1953 heiratete. Der Ehe entstammen vier Kinder.

1978 begannen umfangreiche Renovierungsarbeiten am Haus der Familie. Ein Jahr später folgt ein weiterer Schicksalsschlag für Elisabeth Schad: Ihr Mann stirbt an einem Herzinfarkt. „Ich stand alleine da“ erinnert sich die Geburtstagsjubilarin. Erschwerend hinzu kam, dass das Haus wegen seiner Fachwerkelemente teilweise unter Denkmalschutz stand.

Unter großer, auch finanzieller Anstrengungen wurden die Arbeiten fertig gestellt. Der Denkmalschutz und die örtliche Feuerwehr leisteten Unterstützung.

Zur Feuerwehr hat die 90-Jährige über die Jahre eine besondere Verbindung aufgebaut: Ihr Mann war über lange Jahre Kommandant. Das Ehepaar nahm an Ausflügen nach Berlin, Helgoland und weiteren Reisen teil. „Sie laden mich heute noch zu ihren Kameradschaftsabenden ein“, lacht Elisabeth Schad.

Gemeinsames Kartenspielen

Den Einladungen folgt sie gerne. Auf die Schafskopf- und Skatabende mit Freunden früherer Tage muss sie jedoch verzichten. Mittlerweile sei nur noch sie aus diesem Kreis übrig. „Das fehlt mir sehr“, sagt Elisabeth Schad mit etwas Wehmut. Gelegentlich kommt noch jemand auf eine Partie Schach vorbei.

Zwei der vier Kinder wohnen direkt in der Nähe und besuchen ihre Mutter regelmäßig. Im Haushalt kommt Elisabeth Schad aber gut alleine klar: Nach dem Aufstehen füttert sie als erstes die Katze, später wird gekocht und die Wäsche gemacht. Für die Zukunft hat die Königshöferin „keine Wünsche“. „Ich will natürlich gesund bleiben und hoffe, dass ich noch lange Zeit auf meiner Zither spielen kann.“ Die FN schließen sich den Glückwünschen an. chk

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