Lauda / Königshofen

Leserbrief Zu „Unternehmen weiter kompromissbereit“ (FN, 14. Oktober)

„Wir werden uns auch künftig wehren“

Das Beispiel Gerlachsheim zeigt, was passiert, wenn politische Selbstverwaltung und Behördenhandeln durch mangelnde Kommunikation und Transparenz, fehlende Weitsicht und Ausklammern der betroffenen Bevölkerung zum Konflikt führen. Wie wichtig die Standortsuche nicht nur für Unternehmen, sondern auch für Kommunen ist, wird an diesem Beispiel deutlich. Jedes professionell arbeitende Unternehmen prüft im Vorfeld der konkreten Planung, wo der geeignetste Standort für ein entsprechendes Vorhaben sein kann. Hinweise von der betroffenen Bevölkerung, dass das Gewerbegebiet „Pfützenäcker“ – vor allem auch mit Blick auf die enge Ortsdurchfahrt – nicht der geeignete Standort für eine Abfallaufbereitungsanlage sein kann, blieben seit dem Tag (5. Oktober 2015), an dem die Gerlachsheimer von dem geplanten Vorhaben, erfuhren, bis heute ungehört. Bereits im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens wiesen Bewohner durch ihre Einwände darauf hin, doch geeignetere, alternative Standorte zu präsentieren. Nicht nur wir Bürger von Gerlachsheim halten den Standort „Pfützenäcker“ für die Ansiedlung einer Abfallaufbereitungsanlage nach wie vor für nicht geeignet. Viele Gespräche und nicht zuletzt die Anhörung durch eine Abordnung des Petitionsausschusses bestätigten diese Ansicht. Wie oft hörten wir den Satz: „Wie kann man nur so unsinnig planen.“

Weder die Planung noch die Genehmigung sind mit gesundem Menschenverstand zu fassen. Wir Bürger hofften auf ein Urteil der Gerichte, die ein solches Vorhaben auch mit Blick auf die enge Ortsdurchfahrt für nicht machbar erachten würden. Stattdessen konzentrierten diese sich auf das reine Plangebiet, ohne eine Auswirkung auf die direkten Anwohner und die betroffene Bevölkerung im ganzen Ort in Betracht zu ziehen. Gerichte entscheiden nach den ihnen vorliegenden Gesetzen, die der sich verändernden Wirklichkeit längst nicht immer gerecht werden. Im Falle Gerlachsheim haben sie die Problematik der engen Ortsdurchfahrt komplett ausgeklammert.

Um zu verhindern, dass dem Ort und seinen Bürgern nachhaltig Schaden zugefügt wird, haben wir uns gewehrt. Dies werden wir auch weiterhin tun, denn auch wenn sich das Unternehmen Konrad Bau „kompromissbereit“ zeigt, werden auch (auf fünf Jahre terminierten) 50 000 Tonnen diesem Ort und seinen Menschen schaden.

Die Firma selbst hätte rechtzeitig einen geeigneten Standort suchen und finden können. Nun bleibt dies dem neuen Bürgermeister überlassen, der mit der ganzen unsauberen Vorgeschichte nichts zu tun hat. Zudem pocht das Unternehmen auf sein Baurecht und will nun loslegen. Gnadenlos wird dem neuen Bürgermeister nicht die erforderliche Zeit gegeben, um den von allen gewünschten alternativen Standort zu realisieren. Soll nun alles, was fehlgelaufen ist, dieses ganze Dilemma, an der betroffenen Bevölkerung hängen bleiben?

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