Lauda / Königshofen

Bienenhaltung Imkerverein Taubergrund traf sich zur letzten Versammlung in diesem Jahr

Winterbehandlung gegen Varroamilbe

Archivartikel

Lauda/Oberschüpf.Wie schon in den vergangenen Jahren sind die Mitglieder des Imkervereins Taubergrund bei ihren Versammlungen über die Wintermonate Gäste im Winzerhof Oehm in Oberschüpf. In seinen Ausführungen ging der Vorsitzende Bernd Weckesser zunächst auf die Situation am Bienenstand ein. Dort sollte inzwischen Ruhe eingekehrt sein und es stehen aktuell keine Arbeiten mehr an.

Wo nötig, sollte an den Spechtschutz gedacht werden. Auch der Sitz der Mäusegitter wird nochmals überprüft. In der Imkerei dagegen herrscht emsiges Treiben zur Vorbereitung auf das Weihnachtsgeschäft. Honiggläser werden ausreichend zum Verkauf gerichtet. Als Zugabeartikel auf den Weihnachtsmärkten sind selbst gegossene Bienenwachskerzen, Salben, Wachstücher und sonstige Kosmetikartikel aus Bienenprodukten sehr beliebt.

Bis zum Jahresende sollten die Imker noch sorgfältig die Witterung beobachten, um nicht den geeigneten Zeitpunkt zur abschließenden Winterbehandlung gegen die Varroamilbe zu verpassen. Hierzu sollten die Völker möglichst brutfrei sein und auf der „Winterkugel“ sitzen. Das ist meist nach den ersten Frostnächten der Fall, wenn die Königin dann ca. drei Wochen aus der Brut gegangen ist. Dann erfolgt die Behandlung mit einer 3,5 % igen Oxalsäure-Dihydratlösung in Form einer Träufelbehandlung bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und darunter, wenn die Bienen schön eng zusammensitzen. Die Behandlung sollte auf jeden Fall noch in diesem Jahr erfolgen.

Im Jahresbericht des Deutschen Imkerbundes sind einige Statistiken zur Bienenhaltung, Honigernte und Honigvermarktung enthalten, auf die der Vorsitzende nur beispielhaft einging. So nimmt die Zahl der Bienenvölker auf die Fläche bezogen in Gesamtdeutschland und auch in den einzelnen Bundesländer seit Jahren zwar langsam, aber doch stetig zu. Die Honigernten waren in den letzten drei Jahren regional sehr unterschiedlich, im Bereich von Baden-Württemberg eher gut bis durchschnittlich einzustufen. Der durchschnittliche Preis für ein 500g Glas Honig hat sich stetig nach oben orientiert.

Nach wie vor benötigt Deutschland, um den Honigbedarf auf dem Markt zu decken rund 80 Prozent Importhonig. Zum großen Teil aus Mexiko, Argentinien und der Ukraine. Leider ist in diesem Zusammenhang zu erwähnen, dass es laut einer Analyse von „Apimondia“ (Internationale Vereinigung von nationalen Imkerverbänden) zu einem weltweiten Preisverfall auf dem Honigmarkt gekommen ist, der sich vor allem auf Produzenten aus Südamerika wirtschaftlich äußerst negativ auswirkt.

Aufgrund der akribisch durchgeführten Honiganalysen muss leider festgestellt werden, dass rund 40 Prozent des weltweiten Honigangebotes gefälscht wird. Offenbar werden in großem Stil Sirupe zum Strecken von Honigen angeboten, die auch die verschiedenen Labortests einwandfrei überstehen. So ist es möglich, dass auch mit Honigen unter zwei Euro pro 500 Gramm pro Glas noch Gewinne eingefahren werden. Die Verbraucher sollten hier sorgsam auf die Qualität achten und sind beim regionalen Angebot der heimischen Imker meist auf der sicheren Seite.

In Konstanz fand die Jahreshauptversammlung des Deutschen Imkerbundes (D.I.B.) statt mit einer Neuwahl des siebenköpfigen Präsidiums. Der bisherige Amtsinhaber Peter Maske aus Unterfranken trat nicht mehr zur Wahl an und wurde zum Ehrenpräsidenten ernannt.

Mit einem Bilderrückblick des Vereinsjahres 2018 vom Anfängerkurs, dem Badischen Imkertag in Konstanz und dem Sommerfest umrahmte Bernd Weckesser die aktuelle Monatsversammlung. Die nächste Monatsversammlung ist am Freitag, 3. Januar, um 19 Uhr im Winzerhof Oehm. Änderungen in der Völkerzahlmeldung von Mitgliedern müssen noch vor Weihnachten beim Vereinsvorsitzenden angegeben werden. Ansonsten gelten die derzeit vorhandenen Angaben. güpr

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