Lauda / Königshofen

Leserbrief Zu den seit Jahren andauernden Problemen im Katholischen Kindergarten in Königshofen

Warum hat Verrechnungsstelle untragbare Zustände so lange geduldet?

Die jetzige Entscheidung für den Kindergarten- Neubau in Königshofen war aufgrund der ernsten Zustände längst überfällig. Als erstes kann und muss man, sowohl die Verwaltung mit Bürgermeister Maertens, ganz besonders aber den Gemeinderat für diese endlich positive Entscheidung loben. Warum die untragbaren Zustände in diesem 1910 gebauten Schwesternhaus so lange geduldet und hingenommen wurden, kann nur der Träger, also die Verrechnungsstelle der Erzdiözese in Freiburg erklären.

In einem Pressebericht 1983 berichtete die FN nach einem Bürgergespräch mit Bürgermeister Ansel über die Entwicklung von Königshofen, auch über die Erweiterung des Kindergartens um eine weitere Gruppe mit dem Anbau in Richtung Osten, der anschließend auch umgesetzt wurde.

Ferner erläuterte der ehemalige katholische Stadtpfarrer Schretzmann die weiteren Planungen für einen neuen Kindergarten, der nach damaligen Vorstellungen rund vier Millionen Mark kosten sollte. Wörtlich sagte er in seinen Ausführungen „Wir machen lieber jetzt was Gescheites, dann haben wir auf Jahrzehnte etwas davon.“

Dabei stellte er fest, dass die Renovierung des unter Denkmalschutz stehenden Schwesternhauses nicht möglich ist. Welch kluge und klare Aussage, sowie Einstellung des damaligen Stadtpfarrers und die unnötige Diskussionen in den nachfolgenden 30 Jahren.

Bei einer Feuerwehrübung im November 2014 wurde den Eltern die Brandrettung vom Oberen Grabenweg vorgeführt. Mit Hilfe einer alten Holzleiter wurden bei dieser Übung drei Kinder aus dem oberen Stockwerk „gerettet“.

Die Zustände des Gebäudes, die ich kurz danach vorfand, würde ich als grob fahrlässig, ja fast kriminell bezeichnen. Auch durfte ich erleben, dass monatelang die Toilettentüren komplett fehlten, im Umkleidebereich vor den Gruppen lagen die Kleiderstücke und Schuhe kreuz und quer, die Kleiderhaken teilten sich mehrere Kinder.

Um zu den einzelnen Gruppenräumen zu kommen, musste ich vom Erdgeschoss in den ersten Stock 22 Treppenstufen zurücklegen. Den Raum für die Gymnastik fand ich über den Keller im Anbau.

Im Verbindungsweg kam mir ein feuchter und modriger Gestank entgegen, der mich an alte Katakomben erinnerte und selbst bei mir Panik auslöste.

Zuerst stellte ich fest, dass der Notausgang im Keller keine „Notausgangstüre“ hatte, sondern eine Türe, die einfach verschlossen war, der Schlüsssel dafür befand sich im Haupthaus erster Stock im Büro der Leiterin. Doch es kam noch schlimmer.

In keinem der einzelnen Kindergartenräume befand sich 2014, noch nicht einmal ein einfacher Haushaltsrauchmelder, geschweige denn eine zentrale Feuermeldeanlage. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hätten bei allen Verantwortlichen die Alarmglocken läuten müssen.

Im Außenbereich hat man anschließend ein Baugerüst als Provisorium aufgestellt, um den Kindern im ersten Stock einen Fluchtausgang zu schaffen. Es steht so seit nun vier Jahren.

Am 22. Februar hat die Kindergartenleitung St. Josef einen Brandbrief an alle Stadträte verschickt. Der Inhalt muss die Frage erlauben, ob es nach all den Vorgängen in den letzten Jahren, mit Versäumnissen ohne Ende, nicht besser gewesen wäre, die Stadträte für einen Neubau zu ermuntern. Panikmache auf dem Rücken der Kinder hilft niemanden.

Die von der Kindergartenleitung weiter verfolgte Sanierung ist nach den energetischen Sanierungsvorschriften in diesem denkmalgeschützten Altbau überhaupt nicht möglich, das sollte auch die Leiterin endlich zur Kenntnis nehmen. Wenn in diesem Brandbrief dazu noch Zweifel gehegt werden, wie die neuesten Größenangaben für den Raubedarf der Kinder sein müssen, so könnten Frau Reinbold und Frau Herschlein im Internet die genauen Angaben für Baden-Württemberg (Wissenschaftlich empfohlener Raumbedarf) einsehen.

Den im Brandbrief gemachten 2,5 Quadratmetern pro Kind stehen in den Raumvorgaben als Expertenempfehlungen sechs Quadratmeter pro Kind, für den Außenbereich zusätzlich sechs bis zwölf Quadratmeter pro Kind gegenüber.

Auch unsere Kinder haben das Recht in einem besseren zeitgemäßen Umfeld im Jahr 2020 aufzuwachsen, wo auch das Außenlicht in die Räume kommt. Ich verzichte, auf das Umfeld und die Gefahrenlage im Außenbereich einzugehen. Der Bereich ist aber auch eine Zumutung.