Lauda / Königshofen

Leserbrief Zur Bürgermeisterwahl in Lauda-Königshofen

Wahlkampf war nicht fair

Mirco Göbel bekam bei der Bürgermeisterwahl in Lauda-Königshofen 1183 Stimmen und landete damit auf Platz drei. Nach einem engagierten Wahlkampf und einem von Bürgern mitentwickelten kreativen Wahlprogramm war dies für ihn und seine Unterstützer ein enttäuschendes Ergebnis.

Nach eigener Aussage bei der Kandidatenvorstellung hatte er im Wahlkampf mit vielen Anfeindungen und Gerüchten über seine Person zu kämpfen, vor allem wegen seiner Tätigkeit als Leiter der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes für Flüchtlinge in Wertheim.

Aber auch von so manchem Bürger in Lauda wurde unterschwellig kräftig Stimmung gegen ihn gemacht.

So wurden verquere Vorstellungen in Form von Gerüchten unters Volk gebracht zum Beispiel hinsichtlich eines Moscheebaus oder einer massenhaften Flüchtlingsaufnahme in Lauda oder hasserfüllten Plakaten an seinem Auto. Auch Attacken in sozialen Netzwerken, insgesamt also einer „wirklich unsäglichen Untergrundkampagne“ hatten ihm viel abverlangt. Dies alles hat er nicht öffentlich thematisiert, um einer sachlichen Diskussion Raum zu geben.

Wenn nun Herr Kilb in seinem gestrigen Leserbrief treuherzig feststellt, dass der Wahlkampf bis Sonntag „ganz fair verlaufen ist“, dann entspricht dies also nicht den Tatsachen. Was die Besuchs- und Kommunikationsfreudigkeit von Herrn Wyrwoll betrifft, ist festzustellen, dass nicht jeder, der viel spricht auch viel zu sagen hat.

Es kann vielmehr sogar das Gegenteil richtig sein: wer viel spricht, weiß nicht, wer viel weiß, der spricht nicht. Blicke ich auf den Wahlkampf von Herrn Wyrwoll, so stelle ich Tabubrüche am laufenden Band fest. Da werden vom CDU-Kandidaten reihenweise Veranstaltungen ohne jede Einladung „heimgesucht“ zum Beispiel Chorproben oder Fasnachtsveranstaltungen behinderter Menschen, um ein Bild für Facebook zu erhaschen.

An die Wähler, vor allem die rund 50 Prozent Nichtwähler, appelliere ich, ihre Enthaltung aufzugeben.

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