Lauda / Königshofen

Sommerferien-Zeit Viele Daheimgebliebene suchen an heißen Tagen an unbewachten Gewässern Erfrischung / Tipps der DLRG

Vorsicht beim Baden in Seen und Flüssen

Archivartikel

Viele in der Region werden ihren Sommerurlaub zu Hause verbringen (müssen). Um der Hitze zu entgehen, suchen sie Abkühlung – an Flüssen und Seen. Die DLRG gibt hierzu wertvolle Tipps.

Odenwald-Tauber. Vor wenigen Tagen hat die Landesregierung einen Stufenplan zur Lockerung der Corona-Maßnahmen vorgelegt. Demzufolge sind Schwimmbäder wie Badeseen durch die Verordnung des Landes Baden-Württemberg noch für nicht absehbare Zeit geschlossen, um dem Infektionsrisiko an diesen Orten entgegenzuwirken. Hygienekonzepte würden in diesen Bereichen derzeit erarbeitet beziehungsweise geprüft.

Norbert Streckert (DLRG-Ortsgruppe Höpfingen), Thomas Lang (DLRG-Ortsgruppe Tauberbischofsheim) und Jürgen Englert (DLRG-Ortsgruppe Königshofen), Leiter Einsatz im DLRG-Bezirk Frankenland, tragen diesen Prozess mit, erwarten aber auch Probleme bei der Durchsetzung der Badeverbote: „Die sommerlichen Temperaturen werden wieder bei unzähligen Menschen das Bedürfnis nach Abkühlung im kühlen Nass wecken. Das ist verständlich und nachvollziehbar, in der aktuellen Situation aber leider zunächst nicht möglich.“ Bis auf Weiteres appellieren die DLRG-Vertreter deshalb eindrücklich an alle Erholungssuchenden, auf das Schwimmen und Sporttreiben in Seen und Flüssen zu verzichten.

Die Bewachung der Gewässer sei unter den gegebenen Umständen nicht durchführbar. Der Erhalt der Einsatzfähigkeit der DLRG im mobilen Wasserrettungsdienst, den Notfallhilfen und dem Katastrophenschutz des Landes habe derzeit oberste Priorität. Außerdem existierten noch keine Pläne oder Auflagen, wie die Durchführung der Wachdienste unter Einhaltung aller Hygienebestimmungen aussehen könne. „Vermeidbare Badeunfälle können unter Umständen auch die Gesundheit der Einsatzkräfte von DLRG, Feuerwehr und Co. gefährden“, so die drei DLRG-Experten. Menschlich sei dies für die Engagierten der DLRG eine schwierige Situation. „Wir sind es gewohnt, von Mai bis September für die Sicherheit der Badegäste in der Region zu sorgen, das ist ein zentrales Element unserer Vereinsarbeit. Dieser Passion können wir derzeit nicht nachgehen. Wir hoffen, dass die Bewohner jetzt nicht auf die Idee kommen, in unbewachten Freigewässern baden zu gehen. Gerade das Schwimmen in Flüssen endet immer wieder tragisch, wissen die erfahrenen Einsatzleiter aus den vergangenen Jahren zu berichten“, sagen Streckert, Lang und Englert unisono.

Die Gemeinden vor Ort seien nun in der Verantwortung, ihren Bürgern die Badeverbote mit Verständnis, aber bestimmt zu vermitteln. Es gehe nicht nur um Absperrungen, sondern um die Werbung für Geduld und Vernunft in dieser Sache. In Notfällen sei man aber natürlich rund um die Uhr einsatzbereit.

Becken abdecken

Wasser zieht Kinder an – von der Pfütze bis zum Meer. Daher stellten Gartenpools und Planschbecken, laut DLRG, gerade für Nichtschwimmer ein erhöhtes Sicherheitsrisiko dar – egal wie groß die Becken seien. Laut Statistik seien Kinder bis fünf Jahre besonders gefährdet. „Um Risiken zu minimieren, empfehlen wir, die Becken abzudecken und Badeleitern zu entfernen, wenn sie nicht genutzt werden.“

Wenn man mit Kindern an Gewässern oder im Garten mit Teich oder Pool ist, sei erhöhte Aufmerksamkeit der Eltern gefragt. Diese dürften die Kinder nicht aus dem Auge lassen, denn der Nachwuchs sei schneller im Wasser als man schauen könne.

Regelmäßig schwimmen gehen

Eltern sollten mit ihren Kindern möglichst regelmäßig schwimmen gehen, damit sie sichere Schwimmer werden, lautet ein wichtiger Tipp. Man sollte auch auf die Kommunen hinwirken, dass sie keine Bäder schließen. „Kommunale Schwimmbäder sind immer Zuschussbetriebe. Aber mit der Corona-Krise machen die Bäder dieses Jahr massive Verluste, Freibäder wie Hallenbäder. Da überlegen manche Kommunen, ob sie das Schwimmbad ganz zumachen, auf Dauer. Das sollte man zur Sicherheit der Kinder tunlichst lassen.“

Die DLRG-Gruppe Tauberbischofsheim hofft, dass sie auch weiterhin ortsnah ihrer Übungstätigkeit nachgehen kann und bald die Hallenbadfrage zu aller Zufriedenheit gelöst wird.

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