Lauda / Königshofen

Imkerverein Taubergrund Monatsversammlung / Bienen befinden sich bereits wieder in Brut

Völker mit hohem Hygieneverhalten das Ziel

Main-Tauber-Kreis.Standesgemäß begrüßte der Vorsitzende des Imkervereins Taubergrund, Bernd Weckesser, im Fastnachtsmonat Februar die Mitglieder mit einem Gedicht „Vor Jahren einst im Alten Land“, das auf schmunzelnde Art die letztlich doch segensreiche Arbeit von Imkern zum Thema macht – auch wenn sie zunächst in den Obsthainen als Nektarräuberei und Stichbelästung angesehen wird.

In der Hoffnung, dass die Bienen auch im kommenden Frühling ihren guten Teil sowohl zur Bestäubung als auch zur Honigernte beitragen werden, widmete sich der Vorsitzende in seinen Ausführungen zunächst den aktuellen Arbeiten am Bienenstand. Gerade gebe es die ersten warmen Tage bis zu zehn Grad, was den Bienen ausreiche, um einen ausgedehnten Reinigungsflug vorzunehmen.

Die Bienen seien bereits wieder in Brut und der Futterverbrauch steige mit der Brutmenge stetig an. Ende Februar sollten die Völker noch einen Futtervorrat von etwa acht Kilogramm aufweisen. Auch die Anordnung der Futterwaben könne korrigiert werden, falls diese zu weit entfernt vom Brutnest säßen.

Weiterhin gelte es nun, so der Vorsitzende, sich den vorbereiteten Maßnahmen an Bienen- und Ablegerkästen sowie Rähmchen zu widmen und die vergangenen und kommenden Maßnahmen und Eingriffe an den Völkern zu überdenken und eventuell neu zu planen.

Kontroverse Diskussion

Kontrovers wurden die vorgeschlagenen Maßnahmen des aktuellen Monatsbetrachters aus der Imkerzeitung hinsichtlich seiner Eingriffe im Februar zur Stärkung des Brutnestes in Dadantvölkern diskutiert.

Gut besucht war wiederum das Veitshöchheimer Imkerforum – auch aus den benachbarten Imkerverbänden Baden und Württemberg. Neben neuesten Nachrichten aus dem bayrischen Imkerverband werden auch stets allgemein interessante Ergebnisse aus Wissenschaft und Forschung durch Dr. Berg vorgestellt. So wurden zwei Behandlungsmethoden, der Varroakiller Sound und eine elektrische Vernebelungsmethode von Oxal- und Milchsäure, gegen die Varroamilbe getestet. Beide sind jedoch in ihrem Wirkungsgrad so gering einzustufen, dass sie keine Alternative zu den bestehenden Konzepten darstellen.

Neue Studie

In einer neuen Studie aus den USA wurde festgestellt, dass die Varroamilbe nicht, wie bisher angenommen, das Blut der Bienenmade saugt, sondern sich am Fettkörper ernährt, was die Entwicklung der Biene negativ beeinflusst. Das eröffnet möglicherweise einen neuen Blick auf künftige Forschungen zur Varroamilbe und der Zucht von varroaresistenden Bienen.

Hier laufen schon weltweit Zuchtversuche unter den Begriffen SMR (verhinderte Reproduktion der Milbe in der Zelle) und VSH (Hygieneverhalten der Biene). Ziel ist es, Völker mit hohem Hygieneverhalten zu züchten, die die Varroa schon in der Brutzelle bemerken und mit der Made ausräumen und die Entwicklung der Milbe in Eiablage und Fortpflanzung erheblich stören.

Derzeit läuft in Bayern ein Volksbegehren zur „Rettung der Bienen und Artenvielfalt“, das endlich einen Anstoß zum Umdenken in Ökologie und Agrarwirtschaft geben wird und möglicherweise einen Handlungsbedarf in der Politik hervorruft.

In den vergangenen Tagen wurden von Stiftung Warentest 36 Honige aus allen Verkaufsbereichen getestet, wobei in Preis und Qualität erhebliche Unterschiede festgestellt wurden. Honig aus Deutschland ist rar und ohne Importe könnte der Bedarf nicht gedeckt werden.

Was erlaubt und typisch ist, regeln die Honigverordnung sowie die Leitsätze des Deutschen Lebensmittelbuchs. Honigkauf ist Vertrauenssache und in der Regel ist man beim regionalen Imker mit Honig aus der heimischen Natur am Besten aufgehoben.

Vorsitzende gewählt

In den Verbänden wurden die neuen Kreisvorsitzenden gewählt. Für den Bereich Nordbaden wurde Johann Vogeltanz vom Imkerverein Wertheim für weitere vier Jahre in seiner Funktion bestätigt. Hinsichtlich einer möglichen Fusion der beiden großen Verbände aus Baden und Württemberg fanden die ersten Gesprächsrunden statt.

Durch einen Zusammenschluss der beiden Verbände erhofft man sich neben einer Verschlankung der Verwaltung vor allem auch eine Stärkung der imkerlichen Position im politischen Umfeld. Eine endgültige Entscheidung kann aber schließlich nur durch einen Mitgliederentscheid mit Zweidrittel-Mehrheit getroffen werden.

Weitere Termine

Abschließend wies der Vorsitzende nochmals auf folgende Termine hin: Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen am Freitag, 12. April, um 19 Uhr im Gasthaus „Zum goldenen Stern“ in Lauda; Badischer Imkertag am 13./14. April in Konstanz; Auftaktveranstaltung für einen Neuimkerkurs am 12. März im Rathaussaal in Lauda. Die nächste Monatsversammlung am Freitag, 8. März, um 19 Uhr im Winzerhof Oehm. Hier besteht letztmals auch die Möglichkeit, Behandlungsmittel über den Verein zu bestellen. Die Mittel müssen bei Bestellung im Voraus bezahlt werden und können ab Mai bis November abgeholt werden. gptbb