Lauda / Königshofen

Leserbrief Zu „Gegen Verordnungen verstoßen?“ (FN, 2. Mai)

„Verordnungen bewusst unterlaufen“

Archivartikel

Bis dato war ich der Überzeugung, dass Gesetze/Verordnungen für jeden Bürger hier im Lande gleichermaßen gelten, bis ich den Artikel „Gegen Verordnung verstoßen?“ in den FN las. Demnach hat der scheidende Bürgermeister von Lauda-Königshofen, Thomas Maertens, zu seiner Abschiedsfeier ins Rathaus geladen. Dem Bericht zufolge erschienen rund 50 Mitarbeiter, die in der Räumlichkeit (Sitzungssaal) sicher nicht den vorgeschriebenen Abstand von 1,5 Metern einhalten konnten. Meiner Meinung nach erfolgte die Einladung im vollen Bewusstsein, die Corona-Verordnung zu unterlaufen. Dass man sich nach 16 Jahren Amtszeit nicht so einfach sang- und klanglos aus dem Staub machen kann und dann einfach die Türe hinter sich zuschließt, ist für mich nur eine unglaubwürdige Ausrede. Diese Abschiedsfeier hätte man auch in ein paar Wochen nachholen können, wenn sich die Corona-Problematik entschärft hat. Was sagen wohl diejenigen Bürger zu einem solchen Verhalten von Herrn Maertens, die bestraft wurden, weil sie sich mit mehreren Personen getroffen haben und dafür vom Vater Staat mit hohen Beträgen zur Kasse gebeten wurden? Oder was sagen die Bürger, die ihre Lieben in ihren letzten Lebenstagen nicht begleiten konnten oder nicht an der Beerdigung einer nahe stehenden Person teilnehmen durften? Ich hoffe auf unseren Rechtsstaat, in dem alle Bürger vor dem Gesetz gleich sind und auch so behandelt werden.

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