Lauda / Königshofen

Leserbrief Zur Diskussion über die Bodenaufbereitungsanlage in Gerlachsheim

Verkehrssicherheit hat sich nicht geändert

Für mich als Außenstehende stellt sich die Situation wie folgt dar: ein schon lange ausgewiesenes Gewerbegebiet hat sich über viele Jahre hinweg stetig verändert. So wie 1998 mit einer Petition auf die sehr schlechte Verkehrssituation im besonderen für Fußgänger aufmerksam gemacht wurde, sehe ich heute leider immer noch die Notwendigkeit, darauf hinzuweisen, dass sich in Sachen Verkehrssicherheit wenig verändert hat. Nicht einmal die 30er Zone wurde aufgrund des Ergebnisses der Petition eingerichtet.

Die schmalen Gehwege sind nach wie vor ein großes Sicherheitsrisiko, vor allem weil der Verkehr stark zugenommen hat, besonders durch große Lkw. Im ehemaligen Kloster befindet sich heute eine Arztpraxis und die Nardini Schule. Das Überqueren der Straße ist für ältere Menschen lebensgefährlich. Heute blicken wir auf einen täglichen Durchgangsverkehr, welcher mit dem Verkehrsaufkommen von vor 20 Jahren nicht zu vergleichen ist. Eine Abfallaufbereitungsanlage verursacht durch die Anlieferung und den Abtransport vom zu verarbeitenden Material zwangsläufig noch mehr Schwerlastverkehr. Niemand auf dem Rathaus kann da sagen, es sei alles in Ordnung und es bestehe keine Gefahr für Menschen. Der Kommentar meiner Mutter: „Und sie werden solange warten, bis ein Unfall passiert“. So wie damals, als der alte Herr Lott in der Würzburger Straße von einem Auto zu Tode gefahren wurde. Es existieren Daten und Messungen bezüglich der Verkehrssituation, allerdings bin ich von deren Aktualität und Aussagekraft nicht überzeugt.

Auch die Genehmigung der Abfallaufbereitungsanlage mit 155 000 Tonnen, in Höhe der dreifachen, der Öffentlichkeit vorgestellten Menge, spricht Bände. Von daher sehe ich von Seiten der Stadtverwaltung wenig Bereitschaft, die Zerstörung der Gemeinde Gerlachsheim zu verhindern. Der ganze Ort würde ruiniert werden, Wohnraumverlust wäre die Folge und boshaft ausgedrückt, könnte man sagen, Konrad Bau wartet nur darauf, unsere Häuser direkt in die Abfallaufbereitungsanlage vor Ort zu bringen. Gerlachsheim ist ein schöner Teilort von Lauda-Königshofen, für mich sind die barocken Gebäude im Ortskern von kulturellem Wert und die Barockkirche ist eine Sehenswürdigkeit. Nach der geschätzt 2,5 Kilometer langen Ortsdurchfahrt mit extremen Engstellen und Kurven liegt das Gewerbegebiet in einer schönen und ruhigen Landschaft. Meiner Meinung nach ist diese Lage viel zu schade für so eine Abfallaufbereitungsanlage.

Wie fähig ist denn ein Bürgermeister, dem aus 50 000 Tonnen die genehmigte dreifache Menge, zum Vorteil von Konrad Bau und zum Nachteil der Gerlachsheimer Bürger, einfach so durchrutscht?

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