Lauda / Königshofen

Leserbrief Zum Leserbrief „Die Ansichten des anderen sind zu achten und zu respektieren“ (FN, 11. Mai)

Thema verfehlt: Note 6, setzen

Die Überschrift eines Leserbriefes hat mich nicht nur überrascht, ich musste den mit vielen Schlagworten verfassten Text auch mehrfach lesen.

Die Überschrift „Die Ansichten des anderen sind zu achten und zu respektieren“ hat mit dem Inhalt des Leserbriefes nichts zu tun.

Herr Baumann achtet und respektiert die Ansichten der andern nicht.

Begründung: In meinem ersten Leserbrief habe ich nachfolgende Ansichten aufgeführt.

1. Nahrungsmittelangebot aus der Region ist wichtig.

2. Ein Unternehmen wirtschaftlich zu führen und Arbeitsplätze zu sichern, hat nichts mit privatem Interesse zu tun.

Die Planungen der Stadt habe ich durch Gegenargumente zur Diskussion gestellt. Hier nochmal eine Zusammenfassung:

4. Zusätzliche Parkplätze – Was ist mit den ungenutzten Parkplätzen bei der Firma Beeren Bauer?

5. Öffentliche Flächen und Pflanzanbindungen – Einem regionalen Anbieter wird die Existenzgrundlage entzogen.

6. Ein zusätzliches Café – wird ein viertes Café benötigt?

7. Zusätzliche Handelsflächen – Im Zeitalter von Onlinehandel werden Handelsgeschäfte immer weniger rentabel.

8. Freilegung des Oberlaudaer Baches – Ratten, Geruchsbelästigung, Schnakenplage.

Demnach habe ich acht Punkte dargestellt und wollte damit zum Nachdenken anregen.

Für den Briefeschreiber ist der Punkt acht das wichtigste von meinen Ansichten, alles andere bleibt unberücksichtigt. Er macht sich über mich lustig, Bürger, die meine Ansichten teilen, verspottet er als Schulterklopfer und holt dann auch noch den Juchtenkäfer zu Hilfe.

Man kann seine Missachtung und Respektlosigkeit bestimmt noch schlimmer formulieren, aber im Zusammenhang mit der Überschrift seines Leserbriefes ist das schon eine gewaltige Heuchelei.

Weiter lese ich in seinem Text über die von anderen Bürgern vertretenen Ansichten, Zitat: Die Brandreden gegen „die da oben“ betonen ein „Wir“. Dies kann jedoch ganz einfach durch ein schnödes „Ich“ ausgetauscht werden. Me, Myself and I! Wenn dann noch Schulterklopfer hinzukommen, bekräftigt das die subjektiven Bedenken. Mit einigen Schulterklopfern tritt er/sie/es einen Shitstorm los und die FBL findet das gut. Zitat Ende.

Das versteht Herr Baumann also unter „Die Ansichten des anderen sind zu achten und zu respektieren“. Ende meiner Begründung.

Als inhaltslose Äußerung bezeichnet er ein Zitat aus einem Führungsseminar, welches als Denkanstoß gedacht war. Ich weiß nicht, welche Seminare Herr Baumann besucht hat. In meinem Berufsleben habe ich Seminare besucht, in denen Anstand, Menschlichkeit und ein Austausch auf Augenhöhe vermittelt wurde.

Damit ich zum Schluss nicht auch noch den Juchtenkäfer bemühen muss, zitiere ich meine Deutschlehrerin. Ich versetze mich in meine Schulzeit zurück.

Es soll ein Aufsatz zum Thema „Die Ansichten des anderen sind zu achten und zu respektieren“ erstellt werden.

Nehmen wir an, ich hätte den Text von Herrn Baumann als Aufsatz zu diesem Thema eingereicht. Meine damalige Deutschlehrerin würde bei der Rückgabe des Aufsatzes sagen: Thema verfehlt, Note 6, setzen.

Meine zusätzlichen Ansichten, kann ich hier aus Platzgründen nicht weiter erläutern. In einem persönlichen Gespräch mit Herrn Baumann würde ich das gerne nachholen. Hierzu könnte Herr Baumann dann MdL Dr. Wolfgang Reinhart, Bürgermeister Thomas Maertens und Stadtrat Norbert Groß, alle von der CDU, einladen.