Lauda / Königshofen

Abschied Langjähriger Chorleiter und Organist der evangelischen Kirchengemeinden in Lauda und Königshofen-Grünsfeld gibt nach über 35 Jahren seine Ämter ab

Stehende Ovationen für Volker Ernst

Mit einer Konzertsoiree in der Friedenskirche verabschiedete sich feierlich der vieljährige Chorleiter und Organist Volker Ernst.

Lauda-Königshofen/Grünsfeld. Volker Ernst war seit Oktober 1984 Chorleiter, Kantor und Organist der evangelischen Kirchengemeinden in Lauda und Königshofen-Grünsfeld. Vor 55 Jahren hatte er mit dem Orgelspiel begonnen, das er seit 1978 ebenfalls in leitendem Amt bei Gottesdiensten und kirchlichen Konzerten übernahm und ausübte sowie gleichsam seit 1984 in Lauda-Königshofen. Nun wurde er feierlich verabschiedet.

Auf dem Programm des sehr stimmungsvollen und feierlichen Abschiedssingens für Volker Ernst in der Friedenskirche in Lauda stand vor allem eine Auswahl an ökumenischen Werken und Liedern verschiedener Komponisten sowie Jahrhunderte bis hin zur zeitgenössischen Moderne, die der Chor in den vergangenen rund 35 Jahren erarbeitet, einstudiert und präsentiert hatte.

Ausführende waren Sängerinnen und Sänger des evangelischen und katholischen Kirchenchores sowie als Gastmusiker Christian Abelein.

Den Auftakt der konzertanten Soiree für Volker Ernst, der nochmals das Chorensemble dirigierte als auch das Programm moderierte, bildete „Lob singet Gott dem Herren“, der Schlusschoral des Weihnachtsoratoriums von Camille Saint-Saëns in deutscher Übersetzung, gefolgt von dem Gloria „Jauchzet dem Herren“ aus Felix Mendelssohn Bartholdys Liturgie CV 40.128 sowie Franz Schuberts Melodie und Johann Philipp Neumanns Text „Ehre sei Gott“.

Begleitet von Christian Abelein an Klavier oder Orgel bot das ökumenische Chorensemble unter anderem Beethovens Choral „Die Himmel rühmen“ auf Basis einer Dichtung von Christian Fürchtegott Gellert, Johann Sebastian Bachs Kantate „Jesus bleibet meine Freude“ sowie die zeitgenössisch moderne Kirchenlieder „Schau auf die Welt“ von John Rutter und „Gloria (Calypso“) der US-amerikanischen Komponistin Emily Crocker, das besonders schwungvoll und beschwingt ausfiel.

Gemeinsam mit dem Auditorium gesungene Passagen waren Refrains der Taizéweise „Laudate omnes gente“ sowie als feierlicher Abschluss des offiziellen Konzertprogrammes Vers drei und vier des Kirchenliedes „Nun danket alle Gott“, nachdem das Gesangsensemble ebenfalls unter Abeleins instrumenteller Begleitung den ersten Vers dieses Chorals erklingen hatte lassen.

„Wir werden Sie sicherlich vermissen“, betonte Laura Breuninger, Pfarrerin der Kirchengemeinde Königshofen-Grünsfeld, zu Beginn des Abschiedskonzertes, zu dem sie neben vielen Besuchern auch zahlreiche Ehrengäste willkommen hieß, unter anderem Vertreter der Kirchengemeinden, Pfarrer Bernhard Ziegler für den evangelischen Kirchenbezirk Wertheim und Vertrauensperson deren Kirchenmusik sowie Laudas ehemaligen evangelischen Gemeindepfarrer Matthias Lenz.

„Auch wenn wir sehr bedauern, dass Volker Ernst nach 35 Jahren die Tätigkeit als Leiter beendet, verstehen wir seinen Wunsch und Schritt, diese Verantwortung abzugeben“, hob Chormitglied Renate Schneider stellvertretend für das Ensemble und weitere Akteure in einer Laudatio hervor. Jeweils über das Jahr verteilt habe der Chor unter Ernsts Regie ungefähr zwölf Auftritte in Gottesdiensten, bei Seniorennachmittagen, Mai-Andachten und anderen Festlichkeiten geleistet. Die Anzahl der Einsätze betrage somit rund 400 in 35 Jahren. Als spezielle Höhepunkte nannte Schneider die jährlich ein bis zwei geistliche Abendmusiken, deren Gesamtzahl auf 75 angestiegen sei.

„Schon früh hat Volker Ernst sehr großen Wert auf Ökumene gelegt, die er mit katholischen Mitchristen, Sängern und Musikern in Lauda und Umgebung bis hin nach Wittighausen mit viel Engagement zum Ausdruck brachte“, unterstrich Renate Schneider. In all den Jahren sei es Ernst außerdem besonders wichtig gewesen, das musikalische Repertoire möglichst vielseitig zu gestalten, von kirchenmusikalischen Werken alter Meister bis hin zu zeitgenössischen Komponisten sowie Spirituals und Gospels. Auch das regelmäßige gesellige Beisammensein sei bei dem Chorleiter nicht zu kurz gekommen.

Gleichsam wie Schneider würdigten ebenso Bezirkspfarrer Bernhard Ziegler, Chorsänger Martin Breiter, Christian Abelein sowie für die Kirchengemeinden Lauda und Königshofen-Grünsfeld Pfarrerin Laura Breuninger sowie Bianca Maxl und Detlef Janzen das jahrzehntelange Engagement Volker Ernsts mit Grußworten und Präsenten. Zudem dankten sie als auch der Chorleiter selber Ernsts Ehefrau Brigitte für deren Unterstützung ihres Ehegatten bei seinen Engagements.

Vor und nach der Zugabe mit Bernhard Kleins „Der Herr ist mein Hirte“, verabschiedeten die zahlreichen Zuhörer Volker Ernst mit minutenlangen stehenden Ovationen. Ein anschließender Empfang in der Friedenskirche rundete die Abschiedsfeier ab.

Ganz verabschiedet hat sich Volker Ernst allerdings noch nicht an der Kirchenorgel, denn bis zur Neubesetzung der ausgeschriebenen Berufsstelle eines Chorleiters und Organisten in der katholischen Pfarrgemeinde in Lauda-Königshofen bleibt er dort weiterhin bis dahin als auch danach gegebenenfalls und gelegentlich als Aushilfe aktiv.

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