Lauda / Königshofen

Digitaldialog 21 Forschungsprojekt der Hochschule Furtwangen zur gemeinsamen Gestaltung des digitalen Wandels im ländlichen Raum

Starke Bereitschaft der Bürger an der Mitwirkung

Lauda-Königshofen.2020 war zweifellos ein Jahr, das den digitalen Wandel insbesondere im ländlichen Raum stark beschleunigt hat. Diesen Prozess, der mit neuen Möglichkeiten und Perspektiven einhergeht, möchte die Stadt Lauda-Königshofen gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern aktiv mitgestalten und beteiligt sich daher am Forschungsprojekt „Digitaldialog 21“ der Hochschule Furtwangen. Finanziert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg aus Mitteln der Landesdigitalisierungsstrategie digital@bw, versteht sich das Projekt als Stimmungsbarometer zum digitalen Wandel mit besonderem Fokus auf den ländlichen Raum. Ziel ist es, ein reichhaltiges Stimmungsbild bei den Bürgern einzuholen und gemeinsam über Möglichkeiten und Ideen zur Gestaltung der Digitalisierung zu diskutieren.

Die Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie haben nicht nur die Bedeutung der Digitalisierung für das öffentliche und private Leben vor Augen geführt, sondern auch das viel zitierte Brennglas auf die Herausforderungen des digitalen Wandels und den Aufholbedarf in vielen Bereichen geworfen. Fast über Nacht wurden digitale Möglichkeiten zu alternativlosen Notwendigkeiten. Der zweifelsfreie große Nutzen der Digitalisierung auch nach Corona ist nach Ansicht der Projektbeteiligten unbestritten.

Digitale Technologien und Anwendungen haben in den letzten Jahren den Alltag nachhaltig verändert. Der digitale Wandel ist jedoch kein Naturereignis, daher ist es besonders in der aktuellen Situation wichtig, alle Mitbürger mitzunehmen und gemeinsam Gestaltungsoptionen zu entwickeln, so die Initiatoren des Forschungsprojekts. Dass sich die Bürger von Lauda-Königshofen so rege einbringen, werten die Organisatoren als äußerst wertvoll.

Online-Angebote

Ursprünglich war der Plan des Forschungsteams der Hochschule Furtwangen, die Meinungen und Ideen möglichst vieler Mitbürger in zahlreichen Bürgerdialogen und Workshop-Veranstaltungen in Präsenz zu diskutieren. In 2020 war dies aufgrund der Beschränkungen nicht wie geplant möglich. So mussten die Beteiligungsangebote erweitert werden. Besonders durch das Engagement und die Unterstützung der zwölf Kooperationskommunen wurde stattdessen ein vielfältiges analoges sowie digitales Angebot zur Beteiligung geschaffen. Im Laufe des Sommers beteiligten sich über 2700 Bürger, alleine rund 500 in Lauda-Königshofen an einer Haushaltsbefragung zum digitalen Wandel, sowohl online als auch in Papierform.

Zudem wurden in den Kooperationskommunen in digitalen und analogen Bürgerdialogen im Herbst unter den besonderen Bedingungen, unter anderem mit einer Videokonferenz mit Teilnehmern aus Lauda-Königshofen, konstruktiv zu den Herausforderungen und Potenzialen der Digitalisierung diskutiert. Es wurde ein sehr reichhaltiges Stimmungsbild mit vielfältigen Perspektiven auf den digitalen Wandel besonders auch im Kontext der aktuellen gesellschaftlichen Situation eingeholt. Die rege Beteiligung der Bürger habe gezeigt, dass es hohen Bedarf und eine starke Bereitschaft an Dialog und Beteiligung bei Themen des digitalen Wandels gebe, sagen die Verantwortlichen. Die Zwischenauswertung für Lauda-Königshofen ergab, dass die Bürger der Digitalisierung offener gegenübersteht.

Was ist 2021 geplant? Kürzlich wurde in einem virtuellen Treffen mit den Vertretern der teilnehmenden Kommunen Erfahrungen ausgetauscht und die weiteren Schritte im Projekt diskutiert. Trotz der besonderen Umstände ist die Bilanz sehr positiv. Durch die Erweiterungen des Beteiligungsangebotes wurden auch neue Möglichkeiten erprobt, die Bürger zukünftig an Prozessen zu beteiligen. Die erste Projektphase war bewusst sehr offen gestaltet. 2021 wird jedoch mit verstärktem Themenfokus auf Basis der bisherigen Ergebnisse diskutiert. Anfang 2021 werden die bisherigen Projektergebnisse online und in Papierform zur Verfügung gestellt. Zudem besteht die Möglichkeit, im Rahmen eines Online-Diskussionsforums dem Team der Hochschule zu den Ergebnisse Rückmeldung zu geben bzw. diese miteinander zu diskutieren. Im Frühjahr folgt eine Wiederholungsbefragung sowie eine zweite Runde an Bürgerdialogen mit spezifischem Themenfokus. Darüber hinaus ist ein regelmäßiges Treffen eines übergreifenden „Parlaments“ aus Bürgervertretern der zwölf Kooperationskommunen geplant, um Themen des digitalen Wandels im ländlichen Raum zu diskutieren und Handlungsempfehlungen für die Landesregierung zu formulieren. stv

Zum Thema