Lauda / Königshofen

90. Geburtstag Der Königshöfer Erwin Lustig hat an diesem Mittwoch einen triftigen Grund zum Feiern / Ehemaliger Kellermeister der WG Markelsheim

Schon frühzeitig ein großes Faible für edle Tropfen

Archivartikel

Königshofen.Seinen 90. Geburtstag feiert an diesem Mittwoch Erwin Lustig aus Königshofen. Der Jubilar ist vor allem als langjähriger Kellermeister der Weingärtnergenossenschaft (WG) Markelsheim und durch unzählige präsentierte Weinproben weithin bekannt.

Erwin Lustig wurde am 6. Januar 1931 in Obergriesheim bei Heilbronn als einer von insgesamt vier Söhnen eines Sattlers geboren. Nach der Berufsschule besuchte er 1948/49 als Ausbildung die Fachschule für Wein- und Obstbau in Weinsberg. Anschließend war er in mehreren Weinbaubetrieben, etwa in der Pfalz, in Rheinhessen und an der Mosel, tätig. In die Tauber-Region gelangte er als Verantwortlicher für das Rebgut der Stadt Tauberbischofsheim von 1955 bis 1965.

1956 heiratete Erwin Lustig die Königshöferin Rosemarie Schmitt, die er ein Jahr zuvor in Tauberbischofsheim kennengelernt hatte, wo sie beim Landratsamt aktiv war. Aus der Ehe entstammen zwei Töchter und ein Sohn. Ferner gehören fünf Enkelkinder und zwei Urenkel zur Familie.

1960 absolvierte Erwin Lustig wiederum an der Weinsberger Fachschule erfolgreich die Prüfung zum Weinbau- und Kellermeister. „Meine Ehefrau Rosemarie hat mich zum Ablegen der Meisterprüfung bewegt und ermutigt“, erzählt der Jubilar schmunzelnd über seine vor einigen Jahren verstorbene Gattin.

1966 wurde Lustig bei der WG Markelsheim zum Kellermeister berufen. Gleichzeitig war er über 15 Jahre Vorstandsmitglied des Württembergischen Weinbauverbandes sowie mehrere Jahre Vorsitzender der Weinsiegelkommission in Württemberg und des Wein-Prämierungsausschusses. Außerdem brachte er sich in den Ausschuss Württembergs der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft ein.

Mit sowohl immer größerem Wissens- und Erfahrungsschatz als auch Tatkraft und Engagement bewirkte er viel für die Förderung des Weinbaus und der Kellerwirtschaft. Mit dem jeweiligen Geschäftsführer und dem Vorstand der Markelsheimer Genossenschaft gelang es durch zahlreiche Bau- und Modernisierungsmaßnahmen, den Betrieb leistungsfähig den zeitgemäßen Entwicklungen und Zukunftsanforderungen anzupassen. 1981 wechselte Lustig in den Außendienst, ehe er 1991 in den Ruhestand ging.

„Es war eine lehrreiche und arbeitsaufwendige, aber auch erfolgreiche Zeit“, resümiert er zurückblickend. Dem Wein galt ebenso als Hobby seine starke Leidenschaft: Während seiner Berufszeit und gleichfalls nach Eintritt in den Ruhestand bot er bis 2020 Weinproben an. Zu seinen besonderen Spezialitäten zählten die „Lustige Weinprobe“, die der Experte einerseits mit viel Fachwissen sowie andererseits garniert mit reichhaltig Spaß, Humor und Witz präsentierte.

Darüber hinaus war oder ist Erwin Lustig an seinem Wohn- und Lebensort Königshofen Mitglied bei der Kolpingfamilie, deren Vorsitzender er für mehrere Jahre war, beim CDU-Ortsverband sowie beim Verein für Obstbau, Garten und Landschaft. Ein wesentliches Hobby ist vor allem der große Hausgarten. Bis vor einigen Jahren hatte er dort einige Weinreben, die er aber dann doch aufgab. Im Garten beheimatet ist allerdings weiterhin ein großes Holzfass, das Lustig vor gut einem Vierteljahrhundert von der Markelsheimer WG bekommen und zu einem gemütlichen Aufenthaltsraum für bis zu sechs Personen ausgebaut hat.

„Insgesamt bin ich mit meinem Leben sehr zufrieden. Es war geprägt von einer guten, harmonischen Familie“, zieht Lustig Bilanz. Neben Pflege seines Gartens hält sich der Jubilar besonders mit Spaziergängen und einem Fahrrad-Heimtrainingsgerät fit – und mit einem regelmäßigen Glas Wein. „Trink’ gern aus Tauber-Frankens besten Lagen der Trauben unverfälschten Saft, vor Krankheit wird dich bewahren und stärken deine Lebenskraft“, lautet ein Credo und Lebensmotto sowie zugleich seine Botschaft.

Aufgrund der Coronakrise kann der Jubilar den runden Geburtstag nicht im großen Rahmen feiern. Allerdings hofft Erwin Lustig, dies zu einem späteren Zeitpunkt. Die Fränkischen Nachrichten schließen sich den sicherlich zahlreichen Glückwünschen an.

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