Lauda / Königshofen

Bürgersprechstunde mit Rathaus-Chef Thomas Maertens Für die 2015 geschlossene Balbachschule gibt es derzeit noch keine Pläne

Sanierung der Ortsdurchfahrt wird aufgeschoben

Archivartikel

Neubaugebiet „Herbstwiesen“, Alte Schule, Ortsdurchfahrt, Mobilfunkversorgung sowie weitere lokale Themen standen im Mittelpunkt einer Sprechstunde mit Bürgermeister Thomas Maertens.

Oberbalbach. Für die sieben Bauplätze im Neubaugebiet „Herbstwiesen“ seien auf einer Warteliste von 29 Interessenbekundungen 16 Vormerkungen verzeichnet, vermeldete Maertens gegenüber der neuen Ortsvorsteherin Monika Noorlander, deren Stellvertreter Mike Noorlander sowie dem weiteren neuen Ortschaftrat und den Bürgern. Zwar seien insofern alle sieben Areale rechnerisch vergeben, jedoch sei noch kein konkreter Verkauf erfolgt. Diesbezüglich gab der Bürgermeister zu bedenken, dass eine Vormerkung kostenfrei sei, so dass sich viele Interessenten „auf Verdacht“ anmelden und möglicherweise zugleich auch in anderen Gemeinden oder Ortschaften Ausschau nach einem Bauplatz halten könnten. Mit einer Fertigstellung der sich aktuell im Gange befindlichen Erschließungsarbeiten des Neubaugebiets Herbstwiesen werde bis gegen Ende des Jahres gerechnet.

Preis angemessen

Stadtrat Marco Hess ergänzte, er sei froh, dass es nun mit dem Baugebiet „Herbstwiesen“ für Oberbalbach endlich wieder neue Bauplätze geben werde. Den Preis von 90 Euro pro Quadratmeter bezeichnete er als vertretbar. Es müsse klar sein, dass in Oberbalbach eine andere Ausgangslage als auf der Taubertalachse wie a in Unterbalbach, Marbach oder Lauda gegeben sei. Mit den neuen Wohnbauflächen wolle man besonders junge Familien mit Kindern halten oder von auswärts gewinnen.

Hoher Sanierungsbedarf

Für die 2015 geschlossene Balbachschule gebe es zwar keine Pläne für einen Abriss, allerdings auch noch nicht für eine zukünftige Nutzung, teilte Maertens mit. Da das alte Gebäude keinen verfügbaren umgebenden Freiraum und trotz eines neuen Außenanstrichs einen hohen Sanierungsbedarf im Inneren habe, sei eine Veräußerung besonders an private Hand schwierig. „Wir würden im Speziellen wesentlich entgegenkommen, wenn ein gewerblicher Betrieb das Gebäude nutzen wolle“, betonte er. Der Vorschlag von Hess, zur Herstellung eines Einvernehmens gegebenenfalls eine Bürgerversammlung durchzuführen, fand beim Bürgermeister Zustimmung.

Der Feuerwehrabteilung stellte der Rathauschef 2021/22 das Löschfahrzeug aus Königshofen in Aussicht, sobald für die dortige Abteilung ein neues Fahrzeug angeschafft worden sei. Die „Schwarz-Weiß-Trennung“, also die Trennung zwischen privater Kleidung und Persönlicher Schutzausrüstung, werde auch bei der Feuerwehr Oberbalbach erfolgen, so dass aufgrund dann bestehender Platzengpässe ein Anbau an das bestehende Gerätehaus erfolgen müsse.

Wenig Erfreuliches hatte Maertens bezüglich des Sachstandes zu einer von vielen Bürgern erwünschten und vom vormaligen Ortsvorsteher Christian-Andreas Strube angeregten Sanierung der Ortsdurchfahrt zu berichten. Während der Bürgermeister im vergangenen Jahr noch vermeldete, dass die Maßnahme von der Stadtverwaltung als auch von dem damals noch amtierenden Baudezernenten des Main-Tauber-Kreises befürwortet werde, musste er in der jetzigen Bürgersprechstunde mitteilen, dass bislang keine Umgestaltungen und Sanierungen der Ortsdurchfahrt absehbar seien. Damals hatte Maertens das kalkulierten Investitionsvolumen inklusive Sanierung der Wasser- und Gasleitungen mit insgesamt etwa 1,5 Millionen Euro beziffert. „Ich bin der Meinung, dass die Verbindungsstraße zwischen Messelhausen und Zimmern vorrangig sei“, räumte er jetzt ein.

Als diffiziles Thema gestalte sich eine Verbesserung des Mobilfunknetzes im Ort. „Wir haben uns in den vergangenen Jahren verstärkt dafür eingesetzt, dass die Mobilfunklöcher im Stadtgebiet geschlossen werden“, unterstrichen Maertens und Hess. Dazu zählten zum Beispiel Gespräche mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Steffen Bilger, der im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur unter anderem für den Breitband- und Mobilfunkausbau zuständig ist. Zudem habe es einige feste Zusagen und Versprechen von Mobilfunkgesellschaften zur Errichtung eines Mobilfunkmasten gegeben, allerdings sei daraufhin noch nichts de facto geschehen.

Ortsvorsteherin Monika Noorlander berichtete von der Anfrage einer Mobilfunkgesellschaft zur Errichtung eines Sendemastes auf dem Spielplatz oberhalb Oberbalbachs, die an diesem Standort durch den Ortschaftsrat jedoch abgelehnt worden sei. Dies zeige, dass anders als bei der Breitbanderschließung die Errichtung von Mobilfunkmasten aufgrund Bedenken wegen möglicher Strahlenbelastungen von vielen Bürgern divergent betrachtet werde, fügte Maertens hinzu. „Wir wollen im Kreistag zur Verbesserung der Situation Geld in die Hände nehmen und stehen mit Mobilfunkanbietern im regelmäßigen Schriftverkehr“, hob Marco Hess hervor.

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