Lauda / Königshofen

Volkstrauertag Bei Gedenkfeier in Unterbalbach sprachen der Ortsvorsteher sowie ein Soldat

Respekt rechtfertigt Gedenktag

Archivartikel

Unterbalbach.Fester Bestandteil ist in Unterbalbach die Gedenkfeier zum Volkstrauertag auf dem alten Friedhof. Nach einem Wortgottesdienst in der Pfarrkirche St. Markus führte der heimische Musikverein den Zug aus Kranzträgern der Feuerwehr, Delegation der Reservistenkameradschaft Lauda, Ortschaftsrat, örtlichen Vereinen und Unterbalbacher Bürgerinnen und Bürger zum alten Friedhof, um an die Gefallenen und Gestorbenen der Weltkriege zu erinnern.

In seiner Begrüßung wies Ortsvorsteher Andreas Buchmann auf den am 1. September 1939, also vor 80 Jahren, begonnenen Zweiten Weltkrieg hin, der sechs Jahre dauern sollte und rund 60 Millionen Menschen das Leben kostete.

In der Gedenkansprache, die Oberleutnant im Generalstabsdienst Daniel Faul hielt, ging es zunächst um die Frage, ob man 80 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkrieges, im Jahr 2019, einen Gedenktag wie diesen überhaupt noch brauche, da die Zahl noch lebender aktiver Kriegsteilnehmer und Zeitzeugen stetig abnehme. Die Antwort falle eindeutig mit „Ja“ aus.

Allein schon aus Respekt vor der unvorstellbar hohen Anzahl von mindestens 80 Millionen Opfern aus den Weltkriegen, aber auch der Tatsache, dass im vergangenen Jahr mindestens 20 Kriege weltweit geführt wurden.

Faul führte weiter aus, dass man diese Momente des Innehaltens bräuchte, damit dass, was geschehen ist, nicht verdrängt werde. „Unser nationales Gedächtnis ist wesentliche Grundlage für unser heutiges Verständnis von Staat und Gesellschaft in einer Demokratie“, so Faul.

In diesem Zusammenhang zitierte er auch Jean-Claude Juncker: „Wer an Europa zweifelt, wer an Europa verzweifelt, der sollte Soldatenfriedhöfe besuchen! Nirgendwo besser, nirgendwo eindringlicher, nirgendwo bewegender ist zu spüren, was das europäische Gegeneinander an Schlimmstem bewirken kann.“

Folglich sollte das Gedenken an die Opfer der großen Kriege des 20. Jahrhunderts Mahnung und Ansporn sein, aus der Vergangenheit nicht nur Lehren für die Gegenwart zu ziehen, sondern verantwortungsvoll danach zu handeln. Dies sei zuallererst ein Gebot der Menschlichkeit und der christlichen Werte. Damit bleibe der Volkstrauertag weiterhin ein unverzichtbarer Tag der Erinnerung und Besinnung, sowie Anstoß, „unserem gegenwärtigen Handeln eine Richtung zu geben.“

Unter den Klängen des Liedes „Ich hatte einen Kameraden“, legten Ortsvorsteher Andreas Buchmann und Oberleutnant Daniel Faul im Anschluss daran einen Kranz am Ehrenmal nieder.

Vor dem Totengedenken durch die Mitglieder des Ortschaftsrates und Stadtrat Alois Imhof erinnerte Buchmann, dass man in diesem Jahr, dem Jubiläumsjahr „800 Jahre Unterbalbach“, besonders den 19 gefallenen Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg und den 152 gefallenen und 23 vermissten Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg der Gemeinde gedenken wolle, an Menschen, die ihrem Heimatort innig verbunden waren.

Geistlicher Impuls

Im geistlichen Impuls von Harald Rudelgaß ging es um den Trost, dass nach dem irdischen Tod das Himmelreich warte und die Erinnerung, dass das Sterben Jesu Christi auch immer verbunden sei mit dem Verlust von Menschen, „die uns nahestanden. „

Im Anschluss an die Tauberfrankenhymne würdigte Buchmann alle Beteiligten für ihre Teilnahme und merkte abschließend an, dass der Volkstrauertag ein Tag des Gedenkens und der stillen Einkehr sei, aber auch ein Tag der kritischen Reflexion, der Immunisierung gegen billige Parolen, die Menschen anderer Herkunft, Religion oder Hautfarbe abwerte. Folglich ein Tag des Engagements für ein gelingendes Miteinander in Europa.

Traditionell beschloss der Musikverein die Zeremonie mit der Nationalhymne. orubb

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