Lauda / Königshofen

Bildung Für die Lindenschule in Gerlachsheim sollen Luftfiltergeräte angeschafft werden

Probebetrieb in den Wintermonaten

Lauda-Königshofen.Für die Lindenschule in Gerlachsheim sollen vier Luftfiltergeräte angeschafft werden – als Ergänzung zum regelmäßigen Lüften während des Unterrichts. Die Debatte über den Antrag der FBL nahm in der mehr als dreistündigen Sitzung des Gemeinderats am Montag im Rathaussaal in Lauda breiten Raum ein.

Erst nach rund einer Stunde rangen sich die Kommunalpolitiker zu einem Kompromiss durch. Den hatte Bürgermeister Dr. Lukas Braun formuliert und damit die Diskussion zusammengefasst. Neben einem Schreiben an das Kultusministerium in Stuttgart, in dem die Probleme mitgeteilt werden, will man verschiedene Modelle der Luftfilter unter die Lupe nehmen. Durch eine Umfrage an den Schule will man erfahren, wo es Kinder gibt, die aufgrund der Corona-Pandemie nicht am Unterricht teilnehmen können. Diese Liste soll nach Rücksprache mit den Trägern auch auf die Kitas im Stadtgebiet ausgeweitet werden, wie CDU-Fraktionsvorsitzender Marco Hess beantragte. Auf Nachdruck der FBL-Fraktion werden für die Gerlachsheimer Lindenschule vier Filtergeräte angeschafft.

Die lebhafte Debatte über den Antrag der FBL, die sich für die Anschaffung von Filtergeräte im Schulbetrieb aussprach, wurde durch Eltern der Lindenschule angefacht. Sie hatten sich in der Fragestunde der Bürger zu Beginn der Sitzung für die Nutzung der Geräte ausgesprochen. Drei Grundschüler können seit Beginn der Pandemie den Unterricht nicht mehr besuchen, weil ein jüngeres Geschwisterkind mit einer schweren Erkrankung zur Risikogruppe gehört. Für diese Kinder sei ein Schulbesuch durch den Einsatz der Filter wieder möglich, war sich auch der Vater sicher.

Der Fall schockierte die Gemeinderäte, die sichtlich um eine Lösung bemüht waren. Bürgermeister Braun betonte, dass der Einsatz von Filtergeräten die Intervalle für den Luftaustausch nicht verkürze, sondern nur eine zusätzliche Maßnahme sei. Da die Wirksamkeit der Geräte nicht erwiesen sei, wollte man den Antrag nicht weiter verfolgen, ergänzte Sabine Baumeister von Stadt, dass man auf Ausarbeitungen aus dem Ministerium wartet. Der Gerlachsheimer Fall sei ihr nicht bekannt.

Reinhard Vollmer, der neue Fraktionsvorsitzende der FBL, plädierte vehement für den Einsatz der Geräte, die auch in Arztpraxen oder Krankenhäusern genutzt würden. Er teile die Sorgen der Eltern. Im Winter sei der Austausch der Luft schwieriger. Man bestehe auf einen Probeversuch und nehme zur Kenntnis, dass sich die Verwaltung aufgrund der rechtlichen Position außer Stande sehe, eigen-initiativ zu handeln. Für ihn war klar, dass durch den Einsatz Erfahrungswerte gesammelt werden. Die Kosten von rund 5000 Euro seien überschaubar.

Vor den Folgen der Anschaffung solcher Geräte warnte CDU-Fraktionsvorsitzender Marco Hess. „Es kommen enorme Kosten auf uns zu, wenn wir Filter für alle Klassen benötigen“, fand er eine Abgrenzung schwierig und verwies auf das Gleichbehandlungsprinzip. Wenn es in anderen Schulen Risikofälle gebe, müssten diese Klasse auch ausgestattet werden. Den Vorschlag der Stadt abzuwarten, sah er als sinnvollen Weg. Ins gleiche Horn stieß Dr. Heinrich, der ebenfalls die wissenschaftlichen Arbeiten dazu abwarten wollen.

Auch Siegfried Neumann, SPD-Fraktionsvorsitzender, war nicht sicher, „ob die Filter den Mehrwert bringen, den wir erhoffen“. Klar sei aber, dass man etwas tun müsse. Man wolle sich nicht vorwerfen lassen müssen, nicht gehandelt zu haben.

Für den Probeversuch sprach sich auch Dominik Martin (CDU) aus, der sich auch eine Ausweitung auf andere Schule vorstellen konnte. Den richtigen Einsatz der Geräte hatten Dorothee Walter und Tina Hemmrich im Blick. Man brauche spezielle Virenfilter, die auch gewartet und gewechselt werden müssten, so die CDU-Politikerinnen. „Wir vergeben uns nichts, wenn wir die Geräte nutzen, sondern tun etwas, von dem wir denken, dass es richtig ist“, ergänzte Ulrich Stier. Diese Vorreiterrolle wollte Herbert Bieber (FBL) gerne übernehmen. Die Gemeinderäte hofften, bei einer möglichen Fördermaßnahme durch das Land zur Anschaffung solcher Geräte schon einen Schritt weiter zu sein. „Wir wissen dann, was wir brauchen und haben schon Erfahrungen gesammelt“, so Andreas Schäffner.

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