Lauda / Königshofen

Konzert Bezirkskantor Michael Meuser und das Flötenensemble „i flauti dolci“ zu Gast in Gerlachsheim

Prächtige Klänge des Barock

Gerlachsheim.Wie es die Menschen im Barock kulturell umfangen hat – akustisch und optisch – erlebten die Zuhörer beim Konzert in Heilig Kreuz in Gerlachsheim am Allerheiligentag selbst mit. Bezirkskantor Michael Meuser und das Flötenensemble „i flauti dolci“ aus Tauberbischofsheim hatten dazu unterschiedliche Musik mitgebracht und musizierten auf der Orgelempore, auf der die historische Seuffert-Orgel steht, die von Vleugels erweitert wurde.

Zunächst wurde eingestimmt mit Georg Muffats „Toccata Decima“ aus der legendären Sammlung Apparatus musico-organisticus mit typischem Laufwerk, freieren Rhythmuspassagen und filigranen Verzierungen. Mehrere „Tänze“ aus L’Orfeo von Claudio Monteverdi, ausgeführt mit zwei Sopranblockflöten, Alt-, Tenor- und Bassflöte folgten und brachten Leichtigkeit und Glanz in den barocken Raum.

Mit Sonate war historisch ein Klangstück gemeint, das unterschiedliche Form haben konnte; die drei „Sonaten“ von Domenico Scarlatti waren reizende und virtuose Duette, spritzig und lebendig und eben – klangschön. Gewichtig im Kontrast dazu war von Dieterich Buxtehude die „Passacaglia d-Moll“ BuxWV 161, die über ein stetig wiederkehrendes Bassthema unterschiedliche Variationen bringt und zwischendurch sogar Klangmotive wie von Glocken liefert.

Genau auf Allerheiligen passend abgestimmt folgte von Nicolas Gombert „Beati omnes“, das in der interessanten Besetzung ATTB- Flöten und eine Bass-Gesangsstimme ausgeführt wurde und damit einen sehr warmen, weichen Klang entstehen ließ. Anschließend machten die „5 kurzen Stücke zu Allerheiligen“ von Charles Tournemire einen Abstecher ins 20. Jahrhundert und zeigten eindrucksvoll die Schönheit der einzelnen Orgelregister.

Das Flötenensemble präsentierte mit „the black bird“ von John Mundy nochmals Spielfreude, Präzision und zarten Glanz, bevor die große Passacaglia von Johann Sebastian Bach BWV 582 den Abschluss bildete. Auch bei diesem großartigen Werk liegt das Thema zunächst im Bass und erfährt unterschiedliche Verarbeitung durch Variationen und Verlagerung in die anderen Stimmen.

Bezirkskantor Michael Meuser ließ die Orgel in vollem Glanz erstrahlen, vor allem durch die tragfähigen und silbernen Mixturen und die kräftigen Zungenstimmen im Pedal. Damit füllte sich der barocke Raum mit der Pracht, die die Menschen zu dieser Zeit als Himmelsvorstellung hatten und in Architektur, Bildhauerei, Malerei und Musik umsetzten. Das Publikum würdigte diese schöne Stunde mit dem verdienten Applaus an die Künstler. ms

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