Lauda / Königshofen

Bodenaufbereitungsanlage SPD-Kreistagsfraktion will Thema kreisweit beraten lassen

Perspektiven für eine Lösung

Archivartikel

Gerlachsheim.Die Bodenaufbereitungsanlage in Gerlachsheim ist nach wie vor ein umstrittenes Projekt. Die SPD-Kreistagsfraktion will es daher auf der Tagesordnung der nächsten öffentlichen Kreistagssitzung haben. Sie hat sich mit Vertretern der Bürgerinitiative getroffen. „Wir suchen Informationen aus erster Hand und suchen das direkte Gespräch“, so die Fraktionsvorsitzende Ute Schindler-Neidlein.

Resultat des Abends war, dass die Fraktion einen Antrag an Landrat Frank stellt, um auch von dieser Seite direkte Informationen zu erhalten und um zur Klärung der Angelegenheit beizutragen. Thomas Kraft, Kreisrat und Kreisvorsitzender der SPD hofft, dass sich daraus auch Perspektiven für eine akzeptable Lösung ergeben. Der Antrag lautet:

„Wir beantragen, dass der Kreistag schriftliche Information erhält und der Punkt in die Tagesordnung der nächsten öffentlichen Kreistagssitzung aufgenommen wird.

In einem Gespräch mit Betroffenen vor Ort haben sich Fragen ergeben. Da die Genehmigung durch das Landratsamt erfolgte, halten wir die Klärung dieser Fragen auch für uns als Kreisräte für erforderlich. Uns interessierten insbesondere folgende Fragen:

Der Gemeinderat von Lauda-Königshofen ging in seinen Beratungen und Beschlüssen davon aus, dass es sich um ein Volumen von 50 000 Tonnen handelt. Genehmigt wurden 155 000 Tonnen. Wie ist dieser Widerspruch zu erklären?

Welche Abfallarten sollen dort bearbeitet werden? Wie ist der aktuelle Stand des Verfahrens? Was ergaben die Untersuchungen der Alternativstandorte (Skopingverfahren)? Hier erbitten wir Information über die jeweils einzelnen Standorte.

Es liegt auch im Interesse des gesamten Main-Tauber-Kreises, eine solche Anlage an einem geeigneten Ort zu betreiben. Gibt es aus Sicht des Landratsamtes Möglichkeiten der gemeinde-übergreifenden Zusammenarbeit, gegebenenfalls nach dem Bürgermeisterwechsel in Lauda-Königshofen?

Wie soll die Lenkung des Verkehrs stattfinden? Welche Vorgaben gibt es oder soll es geben für beladene Lkw und für leere Rückfahrten? Wie soll das erhöhte Schwerlastverkehr-Aufkommen geregelt werden?

Wie wird sichergestellt, dass die historischen Gebäude aus der Barockzeit nicht auf Dauer geschädigt werden?

Wäre es nicht dringend erforderlich, bei der BImSch-Genehmigung, die ja wegen der Widersprüche noch nicht rechtskräftig ist, das Lärm-Gutachten der Bürgerinitiative zu berücksichtigen, das für Teile der Würzburger Straße 71 dB(A) bescheinigt?

Im Gerlachsheimer Kloster sind zwei Schulen untergebracht. Die Schüler müssen die öffentliche Straße benutzen, um zu Bus und Bahn zu kommen. Wäre da aus Sicherheitsgründen Tempo 30 nicht dringend geboten? Welche Handlungsoptionen bestehen für die politischen Gremien? Wer hat welche Möglichkeiten einen Rechtsweg zu beschreiten und welchen?“ thk

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