Lauda / Königshofen

Runder Geburtstag Irmgard Wartha betrieb mit ihrem Mann über 33 Jahre Freibadkiosk

Laudaer „Urgestein“ wird 90

Archivartikel

Lauda.Irmgard Wartha aus Lauda feiert am Samstag ihren 90. Geburtstag. Die Jubilarin ist vielen Bürgern als ehemalige Ladeninhaberin, Betreiberin des Schwimmbadkiosks und Kirchenorganistin bekannt. Am 9. Mai 1930 in Oberlauda geboren, gilt sie als lokales „Urgestein“.

Ihr Vater hatte die erste Metzgerei vor Ort, die er gemeinsam mit seiner aus Heckfeld stammenden Frau gegründet hatte. Nach ihrem Hauptschulabschluss half Irmgard Wartha zusammen mit ihren beiden Schwestern im elterlichen Landwirtschafts- und Metzgerbetrieb.

Am 20. September 1961 heiratete sie Rudolf Wartha, einen Metzger- und Wirtssohn aus dem Böhmerwald, den sie im Juni desselben Jahres kennengelernt hatte.

Die Eltern des gelernten Kaufmanns waren ebenso wie er selbst als Flüchtlingsfamilie nach Lauda gekommen und bauten einen Lebensmittelladen in Lauda in der Josef-Schmitt-Straße auf, den Irmgard und Rudolf Wartha 1962 übernahmen. 1965 erfolgte der Umzug des Geschäfts in die Philipp-Adam-Ulrich-Straße in Räumlichkeiten, in denen sich heute ein Restaurant befindet. Nachdem zunehmend größere Supermärkte den Handel dominierten, gab das Ehepaar Wartha 1972 seinen relativ kleinen Laden auf.

Privater Orgelunterricht

Weiterhin führten Irmgard und Rudolf Wartha den Kiosk im Freibad in Lauda, den sie von 1962 an rund 33 Jahre lang bis 1995 innehatten. Hauptberuflich arbeitete Rudolf Wartha nach Aufgabe des Lebensmittelgeschäfts bis zu seinem Ruhestand 1987 bei der Truppenverwaltung am Bundeswehrstandort in Lauda. Seine Ehefrau hatte bereits als 12-Jährige erste Klavierstunden in Lauda bei dem Komponisten, Musiker, Organisten und Dichter Friedrich Sebastian Zubrod.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Währungsreform begann sie ab 1948 in Würzburg privaten Orgelunterricht zu nehmen. „Ich bin meinem Vater noch heute dankbar, dass er mir damals diesen relativ teuren Unterricht gezahlt hat“, erzählt Irmgard Wartha.

Ab 1952 wirkte sie als Organistin in der katholischen Kirche St. Martin in Oberlauda, später auch in der Kirche St. Jakobus in Lauda, dort zunächst als Aushilfe, dann regelmäßig zum Beispiel bei Gottesdiensten, Trauerfeiern oder Hochzeiten. In Oberlauda war sie sechs und in Lauda fünf Jahrzehnte lang bis ins stolze Alter von 82 Jahren als Organistin tätig.

Aus der Ehe zwischen Irmgard und Rudolf Wartha entstammten zwei Kinder. Tochter Karin erblickte 1962 das Licht der Welt, Sohn Rudolf, Spitzname „Rudi“, sechs Jahre später. 1969 bis 1970 baute das Ehepaar in Lauda ein eigenes Haus, in dem Irmgard Wartha noch heute mit ihrem Sohn Rudi lebt. Er ist durch seine Auftritte, Konzerte und Shows als offizielles Udo-Lindenberg-Double und „Panik-Pate“ weithin bekannt.

Betrieb des Freibadkiosk

Vor allem ab 1995, nach Aufgabe des Freibadkiosks, unternahm das Ehepaar Wartha lange Zeit bis zum Tod des Ehemanns zahlreiche Reisen unter anderem in die USA, nach Südafrika, Mallorca, Sizilien und ans Nordkap sowie regelmäßig insbesondere nach Paris, wo ihre Tochter Karin lebt.

Ein weiteres Hobby war der Garten, der mit einem großen Teich noch heute ein wahrliches Schmuckstück ist und den Irmgard Wartha nach wie vor genießt, auch wenn sie sich aus Gesundheits- und Altersgründen nicht mehr selber um ihn kümmern kann.

Fest soll nachgeholt werden

Ansonsten zählt das Hören von Musik wie etwa von den Egerländer Musikanten zu den Lieblingsbeschäftigungen der geistig noch enorm frischen Seniorin. Äußerst gerne hätte die Jubilarin ihren heutigen 90. Geburtstag im Angehörigen-, Freundes- und Bekanntenkreis mit einem großen Fest begangen. Aufgrund der Corona-Krise musste die bereits seit Längerem in einem Becksteiner Gasthof gebuchte Feier jedoch abgesagt werden. Daher kann Irmgard Wartha heute nur im engsten Kreis feiern, allerdings hofft sie ebenso wie ihre Familie, ein entsprechend größeres Jubelfest etwas später nachholen zu können.

Die Fränkischen Nachrichten schließen sich den Glückwünschen an. pdw

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