Lauda / Königshofen

Vorstellung Mit dem neuen Jahresplaner unterstützt die Firma Lauda wieder den Verein „Hilfe für Kinder in Not“ / Präsentation der Bilder

Kunstkalender für den guten Zweck

Lauda.Ein schöner Anlass, begann Dr. Gunther Wobser seine Begrüßung der Mitarbeiter und Gäste, sei die Vorstellung des neuen Lauda-Kalenders, mit zum Teil weit angereisten Künstlern und den „Kalender-Machern“ Norbert Gleich, Vorsitzender des Kunstkreises Lauda-Königshofen und Laudator für den Kalender, Bernd Rupp und Volker Bier vom Arsiris-Verlag für Gestaltung und Druck.

Einen Einblick auf die Vorarbeiten zum Kalender gaben sowohl Norbert Gleich, der sich dankbar für die „Zuarbeit“ der Künstler zeigte, sowie Bernd Rupp und Volker Bier mit einer Schilderung der Druckvorgänge und der hohen Qualitätsanforderung – und es hat sich wieder gelohnt!

Pure Lebensfreude

Pure Lebensfreude kommt dem Betrachter im Blatt für Januar und Februar entgegen; mit ihrem Bild „Festival Tropikana“, in Acryl auf Leinwand gespachtelt, trifft Silvia Dolata schon beinahe den Anschluss an einen gerade ausklingenden fröhlichen Jahreswechsel. Ihre Devise: „Kunst bedeutet Freiheit ... Das Glück liegt in uns selbst und die Kunst kann nur bei dieser Erkenntnis weiterhelfen.“

Eindrücke auf Reisen werden zu Bildern; die Initialzündung zur Serie „Festival“ löste ein Konzert in der Toskana aus, bei dem sie die Freude des Publikums erlebte und spontan „ins Bild setzte“.

Unter diesem Titel entstand im Lauf der Zeit eine ganze Reihe ihrer Bilder; in der Lauda FabrikGalerie waren sie im April und Mai dieses Jahres zu sehen.

„Aufblühen“ – passgenau für die Frühlingsmonate März und April scheint Marlies Wilhelm ihr Bild komponiert zu haben. Es ist ein zum Greifen plastisches Tulpenbild in Mischtechnik auf Leinwand, das einfach bezaubert. Um Stimmung und Atmosphäre geht es in ihrer Kunst, die sie sich wie auch Silvia Dolata als Autodidaktin erarbeitete.

Norbert Gleich sieht in seiner Vita über die Künstlerin „die vielseitigen Gestaltungsmöglichkeiten mit einzigartigen Effekten sowie mit Strukturen, die sich gut mit der Spachteltechnik erzielen lassen ... Gerade für die experimentierfreudige Künstlerin bietet diese Malweise eine besondere Herausforderung, um ihre gespeicherten Ideen und Motivsammlungen umzusetzen. Die vielen Ideen und Motive kommen nicht einfach aus dem Handgelenk, sie sammelt Eindrücke in der Natur, sie findet sie in ihrem Umfeld oder auf Reisen und gar manches abstrakte Bildmotiv entnimmt sie einer Fotografie.“ Im Juni und Juli präsentierte die FabrikGalerie ihre Bilder.

Von Paul Quick aus Berlin stammt das Werk für Mai und Juni; der Titel seines Bildes „Vivace IV/17“ in Acryl gibt bereits einen entscheidenden Hinweis auf seine künstlerische Verbindung aus Musik und Malerei. Obwohl die Neigung zur Malerei bereits in dem 14-Jährigen schlummerte, entschied er sich für ein erfolgreiches Gesangsstudium; er wurde Opernsänger. Während dieser Zeit, so berichtet Laudator Gleich, begegnete er auch dem Dirigenten Gerd Albrecht, der über ihn sagte: „Ich kenne wenige Menschen, die so in Musik leben und atmen wie Paul Quick.“

Zur Malerei, seiner frühen Neigung, fand er als Autodidakt wieder, entwickelte seinen eigenen Stil, fand im Lauf der Zeit von Landschaftsdarstellungen hin zu „inneren“ – im Kopf entstehenden Bildern. Die farbstarken Bilder waren im Oktober und November in der FabrikGalerie zu sehen.

Sand, Erde und Pigmente verarbeitete Sibylle Möndel in ihrem Bild „Ultramarin, 2-teilig“; die Farbgebung ist für den Betrachter ein einmaliges Erlebnis. Das Blatt für Juli und August fasziniert; das Auge kann sich kaum losreißen. Es ist dieses unglaublich strahlende Blau, das auch weitere ihrer Bilder der Ausstellung „Einblicke“ in den Focus rückt – und dies im Umfeld von bemerkenswerten Menschendarstellungen, verfremdeten Landschaften; Sibylle Möndels Bilder sind eine Entdeckungsreise. Lange hatte sich die Künstlerin auf die freie Malerei konzentriert, ehe sie sich der für sie neuen Technik, der Verbindung von Siebdruck und Malerei in mehrfach übereinandergelegten Schichten widmete. Die Ausstellung „Einblicke“ war im August und September zu sehen.

„Flugstudie Sonne“ nennt Thomas Hildenbrand sein Werk aus Lindenholz; im Kalender steht es für die Monate September und Oktober. „Ich will einer der Besten unter den Holzbildhauern der jüngeren Generation sein“ zitiert Laudator Norbert Gleich den Künstler – und er stellt im gleichen Atemzug fest: „Wie wir an den Objekten sehen, hat er es geschafft. Die Arbeitstechnik von Thomas Hildenbrand entspricht im erweiterten Sinne der Schnitztechnik süddeutscher Bildhauer.

Thomas Hildenbrand kennt und schätzt die alten Meister sehr. Seine eigene Kunst besitzt unverkennbar grafische Merkmale wie auch barocke Elemente, eine reizvolle Stilsymbiose zu den Werken des 18. Jahrhunderts. Er ist darüber hinaus ein kundiger Künstler, der alle Traditionen kennt und doch seine eigenen modern zu adaptieren weiß.“

Der Betrachter steht staunend und fasziniert vor dem Werk, dem Bild des zur Sonne strebenden und doch so nüchtern-irdischen modernen jungen Menschen. Ausgestellt waren Hildenbrands eindrucksvolle Werke im Dezember 2018 und Januar 2019.

Das letzte Kalenderblatt – November und Dezember– zeigt Rudolf Neugebauers Acrylbild mit dem Titel „Ausblick“. Ist es der Ausblick auf das kommende Jahr? Wohin trägt der Maler seine Arbeit, wohin geht der Weg in der Kunst überhaupt? Sichtbar im Bild ist bisher nur der Rahmen, in dem er selbst zu sehen ist. Der Betrachter sieht den Künstler auf einem schmalen Steg stehend, der den Blick auf ein noch unbekanntes Terrain freigibt. Das Bild entstand in der brandneuen, aus den USA nach Deutschland gekommenen Maltechnik „Fluid Painting“, einer Schütt-Technik, bei der sich mit Öl angereicherte Farben auf der Leinwand experimentell vermischen.

Spontanität

„Neugebauers Kunst lebt von Spontanität, von Momentaufnahmen und dem Drang, alles rasch zu Papier und Leinwand zu bringen“. Seine Motive finde er überall, sagt Rudolf Neugebauer; viele seiner Bilder spiegeln die auf Kunstreisen gewonnenen Eindrücke wieder, Reisen, die ihn unter anderem nach Finnland, Österreich, Italien und quer durch Deutschland führen“. Seine Bilder mit der Signet „rune“ waren im Februar und März zu sehen.

Unterstützt wird durch den Kalender wieder der Verein „Hilfe für Kinder in Not“; eine Reihe von Exemplaren liegt in der FabrikGalerie zum Verkauf bereit. irg

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